Morgen Donnerstag stimmt der Wettinger Einwohnerrat über den Kredit von rund elf Millionen Franken für die Sanierung der unteren Landstrasse ab. Vom Rabenkreisel bis zur Badener Grenze soll der ganze Unterbau gemacht und der Strassenraum neu gestaltet werden. «Zudem braucht es dringend eine Sanierung der Kanalisation», sagte die für das Bauprojekt verantwortliche SP-Gemeinderätin Kirsten Ernst vor kurzem an einer Medienorientierung.

Alle Parteien sind sich einig, dass es die Sanierung der Kanalisation und die Aufwertung der unteren Landstrasse braucht. Doch nicht alle sind mit dem Kredit und dem Vorgehen des Gemeinderats einverstanden.

So empfindet die SVP Wettingen laut Fraktionsbericht das Kreditbegehren als «klassische Mogelpackung». Die Fraktion verlangt vom Gemeinderat eine bessere Aufteilung des Geschäfts, also dass die Möglichkeit gegeben wäre, einerseits über einen Kredit für die Kanalisationssanierung und andererseits über einen Kredit für die Aufwertung der unteren Landstrasse abstimmen zu können. «Das vorliegende Kreditbegehren vermengt beides miteinander», so SVP-Einwohnerrat Martin Fricker.

Groteske Massnahmen?

Die SVP stört sich deshalb besonders daran, weil sie nicht mit allen im Kreditbegehren festgehaltenen Massnahmen zur Aufwertung der unteren Landstrasse einverstanden ist: «Wer braucht schon Hochbaumstämme und Parkbänkli an der Landstrasse? Das ist ja geradezu grotesk. Wer sitzt bei der Landstrasse schon auf eine Parkbank?», fragt Fricker rhetorisch.

Klar sei, dass es die Kanalsanierung dringend brauche. Die Fraktion ist aber noch unschlüssig, ob sie dieses Geschäft an der Einwohnerratssitzung zurückweisen oder annehmen werde. Das würde die Partei erst kurz vor der Einwohnerratssitzung entscheiden: «Wir sind nicht einfach Nein-Sager. Es wäre uns mehr entgegengekommen, wenn das Geschäft anders aufgegleist worden wäre.»

Auch die FDP Wettingen ist nicht glücklich mit dem vorliegenden Kredit: «In der Fraktion sorgte für Unmut, dass die Höhe des Kredits nicht diskutiert werden kann, sondern dieser entweder ganz oder gar nicht angenommen werden muss», schreibt die Partei in ihrem Fraktionsbericht. Auch bei der GLP Wettingen hat die Vorlage zu Diskussionen geführt. Sie stellt die Dringlichkeit des Anliegens infrage und «ob sich nicht eine provisorische Sanierung bis zum Bau der Limmattalbahn anbieten würde».

Sollte die Limmattalbahn eines Tages von Killwangen nach Baden weitergeführt werden, würde diese über die Wettinger Landstrasse zur Hochbrücke führen, sagte Gemeindeammann Roland Kuster (CVP) an der Medienorientierung zum Kreditbegehren. «Überlegungen und Ideen zur Limmattalbahn sind im Sanierungsprojekt selbstverständlich berücksichtigt worden.»