In den Trafohallen schlängelt sich der Weg zwischen verlassenen Ständen durch. Es ist Mittwochvormittag. Die meisten der 120 fixen Stände der Gewerbeausstellung Comexpo wirken wie eine Fernsehkulisse, nur die Filmcrew wird erst am nächsten Tag erscheinen.

«Die Aussteller haben bereits am Montag angefangen, ihre Stände einzurichten», sagt Ausstellungsplaner Robert Kramer. Ihn könnte man auch als den Regisseur der Comexpo bezeichnen.

«Die meisten Aussteller bringen erst morgen, vor der Eröffnung, die letzten Utensilien für den Standbetrieb.» Und doch: Vereinzelt ziehen Handwerker letzte Schrauben fest; Möbel-Aussteller saugen mit dem Staubsauger ein letztes Mal über die Teppiche; Floristen büscheln Kunststoff-Tulpen zurecht.

Ausstellungsplaner Robert Kramer über die grössten Herausforderungen.

Ausstellungsplaner Robert Kramer über die grössten Herausforderungen.

100 Franken für 30 Minuten

Die Comexpo eröffnet heute zum ersten Mal im Trafo statt im Sportzentrum Tägi. Deshalb musste Kramer sehr früh mit der Planung anfangen. «Das erste Konzept mit den Ständen habe ich schon vor zwei Jahren gemacht», sagt er.

Die Planung sei nicht einfach, weil viele Aussteller spezielle Wünsche haben. «Wenn ich die Standplätze den Ausstellern zuteile, ist das wie ein Puzzlespiel.»

Der Branchenmix muss stimmen, die verschiedenen Grössen der Stände müssen berücksichtigt werden und Kramer muss darauf achten, ob ein Stand auf drei Seiten oder nur auf einer offen ist.

Wegen der Verkehrssituation in Baden, wo es unmittelbar beim Trafo kaum Parkplätze gibt, war die Anlieferung eine besondere Herausforderung. «Davor hatte ich am meisten Respekt», gesteht Kramer. Doch letztlich sei alles sehr gut verlaufen. Dies, obwohl auch die Aussteller bereits an der Infoveranstaltung ihre Bedenken äusserten. Der Grund: Kramer hat eine strikte Verkehrsregelung eingeführt. «Jeder Aussteller bekam ein Zeitfenster von 30 Minuten, in denen er bei einer der drei Anlieferungsstationen sein Material ausladen konnte.»

Damit keiner auf die Idee kam, die halbe Stunde zu überziehen, zog Kramer von jedem ein Depot von 100 Franken ein. Bei Verspätungen hätte es Abzüge gegeben. «Glücklicherweise, konnte ich allen die 100 Franken wieder zurückgeben.» Kramer wirkt sehr zufrieden, so kurz vor der Eröffnung. «Es hat wirklich alles sehr gut funktioniert und jetzt freuen wir uns auf den Start», sagt er während des Rundgangs durch die Ausstellung. Auf diesem zeigt sich auch, dass sich die Aussteller so einiges haben einfallen lassen, um ihr Publikum zu unterhalten oder verblüffen. Der Immobilien-Stand von «Markstein» hat gleich eine ganze Wohnung an die Decke genagelt; Schreiner Nik Meier lässt Baumwurzeln aus der Decke wachsen und wer den Stand von «Badenblüht» besucht, hat das Gefühl, einen Märchenwald zu betreten.

Derweil laufen die Vorbereitungen an jenem Vormittag im Trafosaal auf Hochtouren. Schliesslich findet hier am Donnerstagnachmittag die Eröffnungsfeier statt und für die Show der Kultband Boney M. soll alles perfekt sein.

Mehr Informationen unter comexpo.ch