Die renovationsbedürftige Schwimmbad-Sauna sorgt in Obersiggenthal für Gesprächsstoff – nicht nur bei den Saunagästen, sondern auch auf politischer Ebene. Im letzten Frühling hatte der Einwohnerrat einen Kredit von 125 000 Franken zur Neugestaltung gesprochen, gemäss Vorlage sollten die Bauarbeiten zwischen Juni und September durchgeführt werden.

Auf der Website des Schwimmbades heisst es nun aber: «Leider ist zum heutigen Zeitpunkt nicht klar, wann und in welchem Umfang die Sauna wieder eröffnet werden kann. Wir bedauern die Umstände sehr und hoffen, Sie baldmöglichst wieder in einer neuen Sauna willkommen zu heissen.»

Was ist schiefgelaufen? Der neue Gemeindeammann Dieter Martin sagt, falsche Annahmen bei der Sanierungsplanung hätten zu einer Verdoppelung des vom Einwohnerrat bewilligten Kostenrahmens geführt. Gemäss neusten Schätzungen würde die Sanierung rund 250 000 Franken kosten. «Darum hat der Gemeinderat einen sofortigen Baustopp verfügt.»

Das Projekt sei gemäss jetzigem Stand aufgehoben. Beim Rückbau hatte sich gezeigt, dass das Luftsystem den Mindestanforderungen nicht mehr entspricht. Zudem sei festgestellt worden, dass der Holzrost marode sei und ebenfalls ersetzt werden müsse, teilte der Gemeinderat den Einwohnerräten an einer Sitzung mit.

Zuerst externe Beratung

Können die Schwimmbad-Gäste in Obersiggenthal je wieder in einer Sauna schwitzen? Dieter Martin erklärt: Bevor der Gemeinderat dem Einwohnerrat eine allfällige neue Planung der Sauna vorlegen möchte, will er Ergebnisse einer externe Beratung zur Betriebsoptimierung und Angebotskonzeption analysieren, die er veranlasst hat.

Dabei sollen das bestehende Gesamtangebot des Schwimmbades Obersiggenthal, einschliesslich Gastronomie und Saunaanlage, überprüft werden. «Eine allfällige Wiedereröffnung der Sauna kann frühestens in ein bis zwei Jahren erfolgen und auch nur dann, wenn der Einwohnerrat einen neuen Kredit bewilligt», sagt Dieter Martin weiter.

Den Saunagästen werde die Rücknahme und Ausbezahlung der bereits gelösten Eintritte offeriert. Rund 8800 Franken seien bisher für die Saunasanierung ausgegeben worden. Der Rest des 125 000-Franken-Kredites werde aber nicht ausgeschöpft.

«Lehren daraus ziehen»

Thomas Weber, Betriebsleiter des Schwimmbades, sagt: «Leider wurden bei der Sanierung der Sauna diverse planerische Fehler gemacht, die sich zum Teil mit Unvorhersehbarem kumulierten und zum Abbruch des Projektes führten.»

Es gelte für alle Beteiligten, die notwendigen Lehren daraus zu ziehen. «Ich hoffe, dass die Komplikationen um die Sauna nun doch noch ein gutes Ende nehmen und wir unsere Gäste in naher Zukunft wieder in einer neuen Sauna willkommen heissen können.» Mit einer ansprechenden, neu gestalteten Sauna könnte auch das Betriebsdefizit optimiert respektive für die Gemeinde erträglicher gemacht werden, sagt er.