Wettingen
SBB Cargo zwingt Gefahrentransporte auf die Strasse

Der Verkehrsclub Aargau versucht die SBB Cargo davon abzuhalten, den Bahnanschlusse der Wettinger Firma Hydrior zu schliessen. Sollte dies nicht gelingen, muss die Firma gefährliche Säuren in Zukunft auf der Strasse transportieren.

Dieter Minder
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Die Schliessung des Bedienpunkts Wettingen sei ein Beispiel dafür, wie eine rein betriebswirtschaftliche Optik in der Verkehrspolitik zu gesamthaft schlechten Resultaten führe, schreibt der Verkehrsclub Aargau (VCS) in einer Medienmitteilung.

Er stützt sich dabei auf die geplanten Aufhebung des Bahnanschlusses der Wettinger Firma Hydrior (az berichtete). Die Herstellerin von chemischen Stoffen wird bisher über ein Anschlussgleis beliefert. Die will SBB Cargo diesen Dienst einstellen, weil er finanziell nicht rentiert. Die Chlorsulfonsäure, ein Gefahrengut, müsste dann per Lastwagen vom Hochrhein-Terminal Rekingen über die Aaretalstrasse und das Wettinger Strassennetz angeliefert werden.

SBB Cargo unter finanziellem Druck

Seit Jahren gilt als vernünftig, dass Güter soweit wie möglich auf der Schiene transportiert werden, betont der VCS. Gleichzeitig würden die finanziellen Ziele für SBB Cargo so gesetzt, dass der Schienengüterverkehr am besten dichtmachen würde.

Denn, ausschliesslich betriebeswirtschaftlich beurteilt, so der VCS, könne die Bahn wohl nie «rentieren». Wer aber wisse, wie viele Lastwagenfahrten mit ihrer Abgas- und Lärmbelastung, mit ihrem Erdölverbrauch und mit ihren Gefahren für alle schwächeren Verkehrsteilnehmer durch einen einzigen Güterzug eingespart werden, sehe die «Rendite» umfassender. Andernfalls resultieren Seldwylereien wie die Aufhebung des Wagenladungsverkehrs.

Der VCS ruft deshalb dazu auf, diese zusätzliche Gefährdung der Bevölkerung zu vermeiden und den Bahnanschluss weiterhin zu bedienen. Der Nutzen von SBB Cargo dürfe nicht nur betriebswirtschaftlichfinanziell, sondern müsse auch volkswirtschaftlich beurteilt werden.

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