Gestern Freitag ist die Frist für das Mitwirkungsverfahren am kantonalen Projekt der Ostaargauer Strassenentwicklung (Oase) abgelaufen. Stellungnahmen abgegeben haben auch Ortsparteien aus Obersiggenthal, der Gemeinde, die sich als Verliererin des Projekts sieht. Dies, weil bei beiden Varianten, die zur Umsetzung noch infrage kommen, bei der Siggenthaler Brücke ein Tunnelportal vorgesehen ist. Die FDP kritisiert: «Diese beiden sogenannten Bestvarianten sind aus Sicht der Obersiggenthaler Bevölkerung die Schlechtestvarianten.» Durch den neuen Tunnel würde sich die bereits heute prekäre Verkehrslage in den Spitzenzeiten noch verschärfen. Die FDP stellt den Antrag, dass die beiden vorgesehenen Bestvarianten nicht als Zwischenergebnis in den Richtplan aufgenommen werden und die Ostaargauer Strassenentwicklung neu beurteilt werde. Mögliche neue Lösungen müssten Obersiggenthal von zusätzlichem Verkehr bewahren und dürften nicht nur auf Baden ausgerichtet sein.

Auch die SP Obersiggenthal schreibt in ihrer Stellungnahme an den Kanton: «Die Bestvarianten kranken daran, dass sie die Nachbargemeinden zusätzlich belasten, insbesondere Obersiggenthal.» Der Ostaargau entwickle sich zu einer zusammenhängenden städtischen Region. Statt mit zusätzlichen Strassen noch mehr Verkehr zu generieren, sollten Kanton und Gemeinden gemeinsam urbane Lebensräume mit einer hohen Lebensqualität entwickeln. «Dies ist nur möglich, wenn in der Mobilitätspolitik die Prioritäten anders gesetzt werden.» Die vorgeschlagenen Varianten seien «nicht gangbar».

Die SVP schreibt zwar: «An sich sind wir mit dem Grundgedanken der Oase einverstanden, eine Verbesserung des Verkehrsflusses in unserer Region herbeizuführen.» Bei der vorgesehenen Richtplananpassung sei sicherzustellen, dass eine Variante mit einer separaten Verkehrszuführung zum Tunnel inklusive neuer Talüberquerung vorgesehen werde. «Ebenfalls ist sicherzustellen, dass die Anbindung des Aaretals an die Autobahn via Brugg zum gleichen Zeitpunkt wie die Eröffnung des Martinsbergtunnels erfolgt.» CVP und BDP äusserten sich bereits Anfang Woche kritisch zur «Oase». Zudem unterzeichneten fast alle Einwohnerräte eine Petition, die sich gegen die Verkehrspläne ausspricht. (AZ)