Kurz vor 19 Uhr stand fest: Die Badener Fasnacht konnte beginnen. Der Schultheiss des Canton Baden gab den unüberhörbaren Befehl: «Scharfrichter zünd aa, d Bademer Fasnacht foht aa!», womit trotz kaltem Regen der Verbrennung des Schelmen Hieronymus Füdlibürger nichts mehr im Wege stand.



Die fasnächtlich gesinnten Zuschauer, grosse wie kleine Narren, fieberten trotz der Kälte in grosser Zahl während des Prozesses mit. In seinem leidenschaftlichen Plädoyer zog der Verteidiger nochmals alle Register. Er wies darauf hin, dass sein Mandant der geeignete Schweizer Nachfolger für Sepp Blatter als Fifa-Präsident wäre.

Auch die SVP würde damit liebäugeln, den bodenständigen Narren als Nachfolger von Bundesrat Ueli Maurer aufzustellen. «Unser Land braucht Männer wie Hieronymus Füdlibürger als Standortförderer», appellierte der Verteidiger.

«Multikrimineller»

Die Beweislast der Staatsanwältin war erdrückend. Die dubiose Wohnsitznahme im Stadthaus sowie die wirtschaftskriminelle Tätigkeit mit der eigenen Firma von der Rathausgasse 1 aus war erschreckend. Füdlibürger wollte zudem den Lohndeckel des Stadtammanns an sich reissen.


Die Staatsanwältin erwähnte, wie Füdlibürger ins Nominationsverfahren der Stadtparteien der FDP sowie der SP eingegriffen und diese um einen Sitzgewinn im Stadtrat gebracht habe. Füdlibürger, im Gesicht noch gezeichnet von einem Selbstverbrennungsversuch, liess alle Anschuldigungen wortlos über sich ergehen.

Das Fasnachts-Quiz

Was bedeutet der Ausdruck „Fasnacht“?

Für die Nacht des Fastens, die man ausgelassen feiert.

Die Fastnacht bezeichnet die Zeit vor der sechswöchigen Fastenzeit – und diese soll ausgelassen gefeiert werden.

Es ist ein Brauch, der dafür sorgt, dass alle bösen Geister vor Weihnachten verscheucht werden. Und damit sie nicht wiederkommen, wird dann bis zu Beginn der Osterzeit weitergefeiert.

Wann beginnt die Fastenzeit?

Die Fastenzeit beginnt am Fastnachtsdienstag.

Die Fastenzeit beginnt am Dreikönigstag.

Die Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch.

Welchen Heiligen feiert man am 11.11.?

Am 11.11. ist der Martinstag.

Es ist der Tag des Heiligen Franziskus (von Assisi).

Am 11.11. ist der Tag des Abschiedes vom Fleisch „carne vale“, aus dem Lateinischen übersetzt bedeutet es „Fleisch lebe wohl“.

Wann beginnt die Fasnacht?

Am 11.11.

Am Fastnachtsdienstag.

Am 6.1.

Was hat es mit den Fasnachtschüechli auf sich?

Die Fasnachtschüechli sind ein Fettgebäck aus Mehl, Rahm und Zucker und sind ursprünglich eine Eigenheit der Basler Fasnacht. Mittlerweile sind sie aber in der ganzen Schweiz verbreitet.

Der Teig der Fasnachtschüechli besteht mehrheitlich aus Mehl, Rahm und Zucker. Der Fasnachtsbrauch sagt, dass vor der Fastenzeit alle Lebensmittel, die nicht „fastentauglich“ sind, aufgegessen werden müssen.

Es ist ein Fettgebäck, das besonders bekömmlich und nährhaft ist. Wegen dem hohen Fettanteil eignet es sich gut für die Fasnachtszeit, weil man in der winterlichen Kälte lange draussen feiert.

Aus welcher Fasnachtsregion stammt die Mehlsuppe?

Aus der Fasnacht-Hochburg Basel.

Die Mehlsuppe ist eine gesamtschweizerische Fasnachtstradition.

Wer hat‘s erfunden? – Natürlich die Aargauer.

Von wann bis wann dauert der Höhepunkt der Fasnacht üblicherweise?

Die Fasnacht beginnt am 11.11. und hört am „schmotzigen Donnerstag“ auf.

Die Fasnacht beginnt am „schmotzigen Donnerstag“ und endet mit dem Aschermittwoch.

Die Fasnacht beginnt am Dreikönigstag. Höhepunkt ist der „schmotzige Donnerstag“ und am Aschermittwoch nachts um 12 Uhr endet die Fasnachtszeit.

Warum heisst der "schmotzige Donnerstag" eigentlich so?

Es ist der schmutzige - im Sinne von - nicht saubere Donnerstag.

Der „schmotzige Donnerstag“ ist der letzte Tag, an dem man nochmal schlemmen kann.

An diesem Tag schmiert man sich dunkle Farbe ins Gesicht, um schmutzig zu sein.

Wofür steht der Aschermittwoch?

An diesem Tag wird vielerorts ein Feuer oder ein Bögg angezündet. Wegen der vielen Asche, hat der Tag auch seinen Namen bekommen

Am Tag der Asche beginnt die 40-tägige Fastenzeit.

Am Tag der Asche ist die Fastenzeit endlich vorüber.

Wie beginnt die Luzerner Fasnacht?

Mit dem Urknall am „schmotzigen Donnerstag“.

Mit dem Morgenstreich am „schmotzigen Donnerstag“.

Mit dem offiziellen Umzug am „schmotzigen Donnerstag“.

Welcher Brauch gehört traditionell zur Badener Fasnacht?

In Baden werden die Geister ausgegeiselt.

In Baden wird der „Füdlibürger“ auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

In Baden gibt es ein traditionelles Strohfeuer.

Was bedeutet „Hilari“?

Hilari heisst heiter oder fröhlich.

Lachen ist gesund.

Oh Freude, es ist Fasnachtszeit.

In welcher Stadt gehört die Orangenschlacht zur traditionellen Fasnachtseröffnung?

Solothurn.

Aarau.

Luzern.

Wo wird an der Fasnacht „chesslet“?

Basel.

Solothurn.

Aarau.

Was trägt man an der Solothurner „Chesslete“?

Ein weisses Hemd und ein rotes Halstuch, das vorne geknöpft wird.

Schwarze Kleidung und ein rotes Halstuch, das seitlich geknöpft wird.

Die Kleidung spielt an der Solothurner „Chesslete“ keine Rolle.

Was ist ein „Räbehegel“?

Der „Räbehegel“ ist der Aarauer Rebendieb, der in der Fasnachtszeit umhergeht.

„Räbehegel“ steht für den bevorstehenden Hagel, der die Reben beschädigen kann. In der Badener Fasnachtszeit wird dieser böse Geist bekämpft.

Der Klingnauer „Räbehegel“ hetzt die Schüler am „schmotzigen Donnerstag“ aus den Klassenzimmern und jagt sie mit der Geissel durch das Städtli.

In welchem Aargauer Städtchen wird der Brauch der Salmlandung gepflegt?

Laufenburg.

Aarau.

Brugg.

Wie funktioniert das Konfettispalten?

Jedes Konfetti wird von Hand in zwei Teile zerrissen. Dies ist ein alter Brauch der Stadt Olten.

Ein schwarz-weisses Konfetti wird mit einem Beil in zwei Teile geteilt.

Konfetti spalten ist sinnbildlich zu verstehen: Dabei wird einfach Konfetti in die Luft geworfen – von Fasnächtlern und den Guggenmusigen.

Was passiert bei der „Userüerete“?

Die feudalen Herren der Stadt Bremgarten werden von den Bauern mit Geisseln aus der Stadt getrieben.

Die Schpitelturm-Clique wirft nach dem Schlachtruf „Heego Naaro“ Süssigkeiten, Orangen und Zeltli aus dem Schpitel-Wagen.

Die Schpitelturm-Clique jagt die Kinder durch die Stadt Bremgarten.

Wie heisst das Konfetti an der Basler Fasnacht?

Räppli.

Gonfi.

Gonfätti.

Wo wohnt das "Chaister Haldejoggeli"?

In Hallwil.

In den Freiämter Halden.

Im Hardwald.

Oh, oh, oh. Weniger als 50 Prozent der Antworten sind richtig. Da muss noch ein wenig geübt werden.

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Sie sind ein waschechter Fasnächtler: Sie haben mehr als 50 Prozent der Fragen richtig beantwortet.

Herzliche Gratulation!

Das Fasnachts Quiz



Beinahe hätte die Justiz aber eine Verurteilung zum Tod durch Verbrennen verunmöglicht. Ein dringlicher Antrag auf Vertagung des Prozesses bis nach dem 28. Februar, um bei Annahme der Durchsetzungsinitiative eine vorzeitige Ausschaffung des Delinquenten zu erreichen, wurde abgelehnt. Der gestrige Entscheid war jedoch klar: Der Füdlibürger würde verbrannt und danach die Asche ausgeschafft, und zwar nach Wettingen. Die Staatsanwaltschaft deckte auf, dass Hieronymus Füdlibürger ein Badener Secondo ist, aber Wettinger Migrationshintergrund hat.

Das raffinierte, politische Intrigenspiel des Schelmen Füdlibürgers war sehr gezielt und wurde offenbar lange unterschätzt: Als der Angeklagte den Wettinger Einwohnerrat dazu gebracht hatte, eine allfällige Fusion mit der Stadt Baden von vorneherein abzulehnen, verhärtete sich der Verdacht: Hieronymus Füdlibürger spekulierte auf den Sitz von Ammann Markus Dieth, beinahe designierter Nachfolger von Regierungsrat Roland Brogli.

Lebenslänglich in der Velostation

Die Geschworenen hatten dieses Jahr eine ausgesprochen lange Diskussion, bis sie zu ihrem Urteil kamen. Dennoch lautete es klar auf «schuldig». Unklar hingegen blieb zuerst, wie denn das gerechte Strafmass aussehen sollte.

Angesichts eines möglichen Weiterzuges an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg fielen sowohl eine lebenslängliche Verwahrung in der Velostation als auch eine absolute Leinenpflicht auf Stadtgebiet ausser Betracht. Eine standrechtliche Erschiessung mit der Konfetti-Kanone hätte der städtischen Littering-Verordnung widersprochen, und wegen geschlossener Tunnelgarage stand somit nur eine Lösung im Vordergrund: der Tod durch Verbrennung.

Nur widerwillig liess sich der Schelm in Brand setzen. Begleitet von melancholischen Trompetenklängen der «Ängeli» brannte er aber bald lichterloh. Die Spreitenbacher Bräusivögel machten dann mit ihren Guggenklängen klar: Die Fasnacht hat begonnen.