Fislisbach
Schatten über der Kindertagesstätte «Suneblueme»

Nach der Kündigung von zwei Mitarbeiterinnen gab es Vorwürfe gegen Kindertagesstätte und die Gemeinde Fislisbach. Eltern befürchteten, die Situation werde eskalieren. Die Verantwortlichen sehen das aber anders.

Philippe Neidhart
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Hier herrscht wieder Frieden: Die Fislisbacher Kindertagesstätte Suneblueme. PHN

Hier herrscht wieder Frieden: Die Fislisbacher Kindertagesstätte Suneblueme. PHN

Hasen hoppeln im Sonnenschein umher, kleine Kinder spielen vor dem Haus. Idyllischer könnte ein Frühlingstag nicht sein. Doch hinter den Kulissen der Kindertagesstätte Suneblueme in Fislisbach sind dunkle Wolken aufgezogen. Ausgelöst wurde der Knatsch um die Kita durch die Kündigung von zwei Mitarbeiterinnen anfangs Februar dieses Jahres. «Nach einem Fehlverhalten muss man mit Konsequenzen rechnen», sagt Natalie Zé-Hossmann, Leiterin der Kindertagesstätte. «Auch wenn es mir leid tut. Wir hatten eigentlich einen guten Draht zueinander.»

Eskalation der Situation

Noch am Tag der Kündigung suchte Zé-Hossmann das Gespräch mit der Gemeinde. In ihrem Zuständigkeitsbereich liegt die Kontrolle der Kindertagesstätte. In einem Schreiben informierte sowohl die Kita als auch die Gemeinde die Eltern der Kinder von der Tagesstätte über den Vorfall. «Der Gemeinderat geht davon aus, dass sich die bestehende Situation in der Kita-Suneblueme in den nächsten Wochen beruhigen wird», heisst es im Brief vom 11. Februar. Dies war aber nicht der Fall.

Von einem betroffenen Elternteil steht seit kurzem der Vorwurf im Raum, man werde angelogen und die Situation in der Kita würde bald eskalieren. Ausserdem gebe es keine Kontrollen durch die Gemeinde. Die Verantwortlichen in Fislisbach sehen das anders. «Wir hatten noch nie eine Beschwerde wegen der Kita Suneblueme erhalten», sagt Gemeindeammann Silvio Caneri. «Deshalb sehen wir auch keinen Handlungsbedarf.» Ausserdem kann er bestätigen, dass regelmässig unangemeldete Kontrollen durchgeführt würden. Bei einer solchen wurden in der Vergangenheit einmal Probleme festgestellt. «Diese sind allerdings darauf hin gelöst worden», so Caneri.

Esther Elsener Konezciny von der Fachstelle Kinder&Familien Aargau (K&F) arbeitet mit diversen Gemeinden zusammen, unter anderem auch mit Fislisbach. Sie kann bestätigen, dass Kontrollen durch die Gemeinde in Zusammenarbeit mit K&F stattgefunden haben. Dabei seien Mängel festgestellt und dementsprechende Anpassungen verlangt worden. Das Ganze befinde sich in einem laufenden Prozess.

Schnell Ersatz gefunden

Nach den Kündigungen blieben die Stellen für nur gerade zwei Wochen unbesetzt. «Wir haben uns schon vorher nach neuem Personal umgeschaut.» Ausserdem habe Zé-Hossmann ihr Pensum in dieser Zeit erhöht, um einem Personalengpass zu entgegen und dadurch die Betreuung weiterhin zu ermöglichen. Die Reaktionen der Eltern im Bezug auf die Kündigungen waren aber gemischt. «Einige sind verunsichert gewesen, die meisten aber haben grosses Verständnis gezeigt», sagt Zé-Hossmann.

Wie Nachforschungen der az Aargauer Zeitung ergaben, nahmen betroffene Eltern drei Kinder auf die Kündigung hinaus der Tagesstätte. Diese werden nun von einer der ehemaligen Mitarbeiterinnen betreut.

Endlich habe sich die Situation wieder beruhigt. «Psychisch hat mich dieser Vorfall zwar belastet», sagt Zé-Hossmann, doch nun sei alles wieder im Lot. Sie habe gute neue Angestellte mit viel Erfahrung finden können, die mit vollem Einsatz in der Tagesstätte arbeiten. «Für uns ist die Sache deshalb gegessen.» Einen leicht fahlen Beigeschmack hat die Sache für sie trotzdem: «Man investiert viel und hilft der Gemeinde. Und dann so ein Streit – das ist wirklich sehr schade», bedauert Zé-Hossmann.