Wettingen
Schätze und Kurioses aus alten Tagen

Die Antiquitätenmesse im Tägerhard geniesst viel Aufmerksamkeit in der Schweiz und sogar im Ausland.

Katrin Brunner (Text und Fotos)
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Antiquitätenmesse im Tägerhard
12 Bilder
Weihnachtsschmuck aus Lauscha Glas
Sasha Puppen
Rolf Studer (links) und Peter Mägert mit Briquet Säbel
Ein ursprünglich mit Dampf betriebenes Spielzeug
Ein Hingucker, die Spielzeug- Dampfmaschine
Dora Brand präsentiert ein Werk des Aargauer Künstlers Johann Othmar Döbeli - Kopie
Detail zu dampfbetriebenem Karussell - Kopie
Antiquitätenmesse im Tägi
Antiquitätenmesse im Tägi
90 Aussteller präsentierten an der Antiquitätenmesse im Tägerhard Schätze und Kurioses aus vergangenen Tagen - Kopie
Antiquitätenmesse im Tägi

Antiquitätenmesse im Tägerhard

Katrin Brunner

Bereits kurz nach Türöffnung herrscht in den Gängen des Sportzentrums Tägerhard zwischen der ausgestellten Ware ein ziemliches Gedränge. Seit dreissig Jahren organisieren Jakob und Dora Brand aus Möriken jedes Jahr zwei Antiquitätenmessen. Die eine in Olten und die andere immer im Januar eben hier in Wettingen. Das hat sich herumgesprochen, und Jakob Brand erwähnt nicht ohne Stolz, dass «seine» Messe viel Aufmerksamkeit geniesse im In- und Ausland.

Ein Museum zum Anfassen

Rund 90 Aussteller präsentieren an der Wettinger Antiquitätenmesse Schätze und Kurioses aus vergangenen Tagen. Zahlreich sind die Stände mit Porzellan, Schmuck oder Weihnachtszubehör.

Im hinteren Teil der grossen Halle sitzt Hans Peter Kyburz aus Oberentfelden zwischen seinen Musikautomaten und alten Gramophonen und wartet auf Kundschaft. «Diese Antiquitätenmesse ist ja auch wie ein Museum. Die Besucher sehen Dinge, die sie vorher vielleicht nicht kannten. Das Beste daran ist, dass sie im Gegensatz zum Museum hier auch gleich kaufen können», sagt Hans Peter Kyburz und präsentiert seine Apparate. Er selber kennt seine Musiktruhen, Automaten oder Orgeln in- und auswendig. Bei der Reparatur ist im ab und zu sein Sohn behilflich. So ist der Weg in die Zukunft seines Geschäftes vielleicht bereits geebnet.

Auch etwas gekauft hat kurz zuvor Sammler Peter Mägert. Und zwar einen ungefähr 170 Jahre alten Briquet- Säbel, der gemäss Verkäufer Rolf Studer früher den höheren Unteroffizieren der Schweizer Armee vorbehalten war. Der auffällige Säbel ist verziert mit einer schön gearbeiteten Klinge und goldenen Ornamenten auf blauem Grund.

Rolf Studers Stand zieren nebst den Säbeln und Degen bunte Uniformen und Armeehelme. Besonders interessiert sich Studer für die Napoleonische Zeit um 1800 und zeigt erklärend auf eine schön gearbeitete rot-goldene Uniformjacke.

«Angefressene» Sammler

Sie und ihr Mann seien selber auch angefressene Sammler, begründet Organisatorin Dora Brand ihr alljährliches Engagement. Zusammen lassen sie es sich nicht nehmen und steht die drei Tage, die die Messe dauert, an ihrem Stand mit zahlreichen alten Postkarten und Bildern.

Ihre Verkäufe sind etwas zurückgegangen in den letzten Jahren. «Das Internet ist spürbar», erklärt Dora Brand. Die Brands verkaufen aber nur direkt. Dies meist an ältere Kunden. Diese machten denn auch den Hauptteil der Besucher aus an diesem Wochenende.