Baden

Schaurige Kreaturen machen Schlossruine unsicher

Wer an kommenden Frühlingsabenden auf der Ruine Stein unterwegs ist, läuft Gefahr, seltsamen Kreaturen zu begegnen: Böse Waldgeister mit zerzaustem Haar lauern zwischen den zerfallenen Mauern zum Geräusch von loderndem Feuer und rasselnden Säbeln.

Die Proben für das Wandertheater «Stein! — ein schaurig-schönes Spektakel», das ab August aufgeführt wird, sind in vollem Gange.

Der Meilenstein für das Projekt wurde schon vor einem Jahr gelegt. In ihrem Büro sitzend, kam der Produktionsleiterin und Tuchakrobatin Nadja Schneider plötzlich die Idee zu einem völlig neuen Projekt. Dazu wollte sie einen ganz anderen Weg als bisher einschlagen. Gemeinsam mit Alma Jongerius (Konzept und Regie) ging sie noch am selben Abend auf die Ruine Stein, wo sich beide durch die fantastische Kulisse zum nun entstandenen Stück inspirieren liessen.

Danach wurden Künstler aus ganz verschiedenen Sparten gesucht, die sich an dem Projekt beteiligen wollten. Nadja Schneider erklärt: «Das Stück wird als Neuinterpretation der Teufelskellersage aufgeführt, in der es um Intrigen, verbotene Liebe und Wesen aus der Unterwelt geht, die das Badener Volk in Angst und Schrecken versetzen und ihnen ihre Burg streitig machen wollen.»

«Die Teufelskellersage aufzuführen war ein lang gehegter Traum von mir», verrät Jongerius. Sie sei früher oft mit ihren Kindern im Teufelskeller spazieren gegangen und hätte ihnen die Geschichte erzählt. Mit der Erstaufführung dieses Stücks geht für Jongerius dieser Traum in Erfüllung.

Die Ruine als Theaterbühne

An den Aufführungen vom 22. August bis 13. September werden rund 60 Personen im Alter von 14 bis über 65 Jahren zum Einsatz kommen. Viele der Schauspieler sind Laien, die extra für das Projekt gesucht wurden. Das Stück wird als Wandertheater aufgeführt, was bedeutet, dass die Zuschauer immer in Bewegung sind und in Gruppen von 30 Personen von Szene zu Szene geführt werden.

So wird das Publikum zum Teil der Geschichte gemacht und die ganze Ruine in eine Bühne umgewandelt. Die Zuschauer sollen sich auf ihrem Gang durch die Ruinen von Gesang und Musik, Tanz und Akrobatik, Feuer und Schauspiel überraschen lassen.

«Das einmalige Gelände der Burgruine Stein stellt jedoch auch eine grosse Herausforderung für alle Beteiligten dar», wie Beatrice Hollenstein vom Marketing verrät. «Hier oben steht alles unter strengem Denkmalschutz und wir mussten spezielle Konstruktionen anfertigen lassen, um den behördlichen Auflagen gerecht zu werden.» Die ganze Truppe schaut den Aufführungsterminen jedoch mit viel Freude entgegen, hofft auf viele Zuschauer und vor allem auch auf gute Witterung.

Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen Website.

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