Kosovaren-Streit
Schiesserei-Opfer: «Ich feiere jetzt meinen zweiten Geburtstag»

Lulzim Berisha hatte Todesangst: Ein Landsmann verfolgte und schoss auf ihn. Jetzt erzählt er, wie er die Nacht erlebte.

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Die Szenen, die sich in der Nacht auf Samstag in Spreitenbach und auf der A1 beim Bareggtunnel abspielten, erinnern an einen Krimi. Ein Kosovare schoss in Spreitenbach auf das Auto seines Landmanns Lulzim Berisha und verfolgte ihn bis auf die Autobahn A1. Dort lag Berishas Mercedes ab und ging in Flammen auf.

Berisha, der zuvor die Polizei verständigte, konnte sich verstecken. Der mutmassliche Schütze wurde von der Polizei bei der Autobahnausfahrt Baden-West aufgegriffen.

Lulzim Berisha erzählt dem Regionalsender «Tele M1», was sich in der Nacht abspielte. Er sei bei Freunden zum Nachtessen eingeladen gewesen. Spätabends machte er sich auf den Nachhauseweg nach Zofingen.

Er habe bald bemerkt, dass ihn ein Audi verfolgte. Als er im Gewerbegebiet von Spreitenbach den Fahrer zur Rede stellen wollte, wurde auf ihn geschossen. Berisha raste davon und meldete sich bei der Polizei. Der mutmassliche Schütze, ein 37-jähriger Kosovare aus Winterthur, und sein Komplize verfolgten Berisha auf die A1.

Doch beim angeschossenen Mercedes begann die Elektronik zu versagen. Nach dem Bareggtunnel war dann endgültig Schluss, das Auto lief nicht mehr. Berisha, der bis zu diesem Zeitpunkt die Polizei auf dem Laufenden hielt, liess den Mercedes auf dem Pannenstreifen ausrollen. Dort fing es Feuer. Das Auto brannte komplett aus.

Der Mercedes ging auf der Autobahn in Flammen auf. Kapo Aargau

Der Mercedes ging auf der Autobahn in Flammen auf. Kapo Aargau

Berisha versteckte sich im Gebüsch am Autobahnrand. Er hatte Todesangst. Doch die Polizei war schnell zur Stelle und konnte ihn in Sicherheit bringen. Den mutmasslichen Schützen griff die Polizei kurz danach bei der Autobahnausfahrt Baden-West auf. Den Komplizen nahmen sie am darauffolgenden Tag fest.

Weshalb auf ihn geschossen worden ist, will Berisha vor der Kamera nicht zugeben. Es handle sich aber um eine Lappalie, betont er gegenüber «Tele M1». Die Frau des mutmasslichen Schützen sagt, Berisha habe ihrem Mann Geld geschuldet.

Der mutmassliche Schütze und sein Komplize sitzen in Untersuchungshaft.

Berisha hat sich bei der Verfolgungsjagd am Knie und an der Schulter verletzt. Er habe aber unheimliches Glück gehabt. Nun habe er am 12. März einen zweiten Geburtstag zu feiern. Der Polizei sei Dank. (zam)

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