Einen Menschen nennt man nicht grundlos seinen Freund ... Auch bei meinem Freund Attila gabs einen guten Grund, nämlich eine erste grössere Arbeit, die er mir zu einem «Freundschaftspreis» offerierte. Attila sollte über mehrere Wochen an meinem Werk arbeiten und mich seine Arbeit im Rhythmus eines kleinen Weinhändlers abstottern lassen. Und spätestens als ich unseren «Handschlag» eingehalten und zügig beglichen hatte, wussten wir’s beide ...

«Ab sofort», schnarrte der damals nach eigenen Angaben schon angejahrte Künstler lachend, «werde ich nur noch kostenlos für Dich arbeiten – denn jetzt sind wir Freunde». Es folgten da kleinere, wunderschöne Arbeiten, die kostenlose Gestaltung meines neuen Eingangs inklusive Projekteingabe und eines Tages sein grösstes Memento – «ich gestalte Dir Dein Firmenschild! Das schönste, welches Baden je gesehen hat – und zwar kostenlos!»

So entstand anno Domini 1999 das beeindruckende Schild, welches nebst anderen Motiven auch mein Gesicht vor 20 Jahren abbildet, mit der schwerwiegenden Auflage, auch noch in Jahrzehnten dermassen «verwegen aus der Wäsche gucken zu müssen» – steht also alles auf dem Schild! «Doch seitens der Stockwerkeigentümer hatte man bei meinem damaligen Aufzug 2008 in die Rathausgasse nicht so Freude an diesem schönen Schild, die Stadt als Mehrheitsbesitzerin des roten Turms wollte es nicht auf der «Designerfassade» des Gebäude sehen. Und schmetterte mein Kunstobjekt als Ladenschild kurzerhand einfach ab. Drum montierte ich es aus Protest illegal im Lichthof… hat schon auch gut getan, auch wenn es leicht krumm geworden ist!

Zehn Jahre später – ein neues Spiel ... Im Zuge meiner rhetorischen Dienstleistungen anlässlich des 1. August für unsere Stadt wünschte ich ein Gespräch mit allen Beteiligten zum Thema Firmenschild. Und siehe da: die Stadt ist im Wandel – denn jeder fands nur gut! Rundherum erntete ich ein motivierendes «machs ane!». So kommts ... zum Schildstreich unter Freunden! Jung und alt, Freund und Feind (hab ich eh nicht!), Ihr alle seid heute Punkt 16.30 Uhr zu einem Glas Cortisecco eingeladen! Erscheint möglichst zahlreich! Denn zusammen mit meinem Freund Attila und dem zufällig anwesenden Stadtammann feiern wir die Aufrichtung des wohl kunstvollsten Badener Firmenschilds – dem Original, welches mir damals von meinem Freund Attila geschenkt wurde!

Und wem es nicht gefallen täte, der suche Trost im Subway – unserer progressiven städtischen Visitenkarte am Hochbrückenkopf, welche uns schon seit Jahren auf den neuen unterirdischen Busbahnhof beim Schulhausplatz aufmerksam macht!

Bis nachher!

Daniel Cortellini betreibt an der Rathausgasse in Baden ein Fachgeschäft für Schweizer Weine. Er ist in Baden aufgewachsen und war während fünf Jahren Präsident der Unteren Altstadt Baden.