Der österreichische Milliardenkonzern Novomatic, der an drei der insgesamt fünf Bewerbungen beteiligt ist, fühlt sich vom Grand Casino Baden angeschwärzt – von jenem Casino also, das seinerseits um die Zürcher Lizenz buhlt. Hintergrund ist eine Affäre um angeblich manipulierte Spielautomaten der Marke Novomatic in Baden.

Anwalt Peter Bratschi vertritt die Novomatic-Kandidatur in Zürich. Er kritisiert, der Badener Peter Probst verfolge als Vizepräsident des Schweizer Casino-Verbandes «eigene Interessen». Der Verband verhalte sich nicht mehr neutral. Er hatte in einem Brief vom 20. April die österreichische Novomatic scharf kritisiert und behauptet, ihre Automaten liessen sich durch das blosse Eingeben einer Tastenkombination übertölpeln. Angeblich haben russische Gauner in Baden auf diese Art viel Geld «erspielt».

Der Knatsch ist insofern pikant, als die Badener bei ihrer Bewerbung in Zürich mit Novomatic zusammenspannen. Sie haben eigens für diese Kandidatur die «Spielbank Zürich AG» gegründet, deren Verwaltungsratspräsident Peter Probst ist – und an der Novomatic mit 19,5 Prozent beteiligt ist (Projekt «Haus Du Pont»). Die Badener bewerben sich zudem mit einem zweiten Projekt («Sihlporte»), ebenfalls mit Novomatic.

Der Badener CEO Detlef Brose sagt: «Ein Vorgehen von Baden gegen Novomatic ist abwegig», schliesslich kooperiere man bei beiden Zürcher Projekten. Und zum Brief meint Brose: «Das Vorgehen des Casino-Verbandes im Namen der Schweizer Casino-Branche ist vollkommen korrekt.»