«Wir haben uns gefragt, was wir der Natur zurückgeben können», sagt Urs Heimgartner, Leiter Bau- und Planungsabteilung Wettingen. «Schliesslich durften wir hier eine Autobahn mitten durch die Natur bauen.» Da es sich bei dem Bord um einen Südhang handelt, wird es dort besonders warm. Verschiedene Orchideenarten und Reptilienarten, so auch die bedrohte Schlingnatter, eine kleine Würgeschlangenart, können dort gedeihen. «Wir wissen ungefähr, was in diesem Boden hier schlummert», sagt Heimgartner. «Es ist erstaunlich, was die Natur in relativ kurzer Zeit alles hervorbringen kann, wenn nur genügend Licht vorhanden ist.»

Wettinger Förster Philippe Vock zum Lichtungsschlag

Wettinger Förster Philippe Vock zum Lichtungsschlag

Das Ziel ist es, einen leichteren, struktur-und totholzreicheren Wald zu schaffen. «Totholz kann für den Lebensraum verschiedener Lebewesen wertvoller sein als lebende Bäume», sagt Philipp Vock, Förster und Naturschutzbeauftragter in Wettingen. Höchstens 45% des Bodens sollen mit Bäumen bedeckt bleiben. Der Wald soll nach dem Lichtungsschlag aus heimischen Bäumen wie Eichen, Kirschbäumen, Vogelbeerbäumen und Linden bestehen. Der Baumschlag wird voraussichtlich im März abgeschlossen sein.

Zum Projekt gehört neben dem Lichtungsschlag auch eine Beweidung. 15 bis 20 Ziegen sollen kleinere Pflanzen wegfressen und das Nachwachsen verlangsamen. Ziegen seien perfekt für diese Aufgabe geeignet, da sie auch mit minderwertigem Futter auskommen, sagt Heimgartner. «Die Tiere fressen sogar Brombeerstauden.» Für die Ziegen werde gut gesorgt, frisches Wasser stehe immer zur Verfügung. Ein Elektrozaun verhindert, dass die Tiere ausbrechen.