Wettingen
Schlangen und Orchideen sollen sich bei uns wohler fühlen

Am Bord der Schutzzone Limmatufer Bernau wird ein neues Naturschutzprojekt gestartet. Etwa die Hälfte der Bäume wird gefällt, damit mehr Licht auf den Waldboden gelangt und so bessere Bedingungen für seltene Tier-und Pflanzenarten geschaffen werden.

Erina Allmendinger
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Urs Heimgartner, Christoph Busenhart, Marco Kaufmann, Philipp Vock und Doris Steinacher (v.l.) sind alle am Projekt beteiligt.

Urs Heimgartner, Christoph Busenhart, Marco Kaufmann, Philipp Vock und Doris Steinacher (v.l.) sind alle am Projekt beteiligt.

«Wir haben uns gefragt, was wir der Natur zurückgeben können», sagt Urs Heimgartner, Leiter Bau- und Planungsabteilung Wettingen. «Schliesslich durften wir hier eine Autobahn mitten durch die Natur bauen.» Da es sich bei dem Bord um einen Südhang handelt, wird es dort besonders warm. Verschiedene Orchideenarten und Reptilienarten, so auch die bedrohte Schlingnatter, eine kleine Würgeschlangenart, können dort gedeihen. «Wir wissen ungefähr, was in diesem Boden hier schlummert», sagt Heimgartner. «Es ist erstaunlich, was die Natur in relativ kurzer Zeit alles hervorbringen kann, wenn nur genügend Licht vorhanden ist.»

Das Ziel ist es, einen leichteren, struktur-und totholzreicheren Wald zu schaffen. «Totholz kann für den Lebensraum verschiedener Lebewesen wertvoller sein als lebende Bäume», sagt Philipp Vock, Förster und Naturschutzbeauftragter in Wettingen. Höchstens 45% des Bodens sollen mit Bäumen bedeckt bleiben. Der Wald soll nach dem Lichtungsschlag aus heimischen Bäumen wie Eichen, Kirschbäumen, Vogelbeerbäumen und Linden bestehen. Der Baumschlag wird voraussichtlich im März abgeschlossen sein.

Zum Projekt gehört neben dem Lichtungsschlag auch eine Beweidung. 15 bis 20 Ziegen sollen kleinere Pflanzen wegfressen und das Nachwachsen verlangsamen. Ziegen seien perfekt für diese Aufgabe geeignet, da sie auch mit minderwertigem Futter auskommen, sagt Heimgartner. «Die Tiere fressen sogar Brombeerstauden.» Für die Ziegen werde gut gesorgt, frisches Wasser stehe immer zur Verfügung. Ein Elektrozaun verhindert, dass die Tiere ausbrechen.