Sie hätte eine Schnäppchenkarte für Jugendliche in der Region sein sollen: die Infocard. Teenager und junge Erwachsene hätten sie für 10 Franken im Jahr nutzen können und von möglichst vielen Rabatt- und Sonderangeboten regionaler Anbieter profitieren können.

Doch im Projekt, das die Fachstelle Jugendarbeit Region Baden vor über zwei Jahren aufgegleist hatte, steckte von Anfang an der Wurm drin. Deshalb hat die Fachstelle das Projekt Infocard Ende letzten Jahres eingestampft. «Mit der Infocard hat es immer geharzt», sagt Fachstellenleitern Sandra Perego rückblickend.

Zwar hatten die Jugendarbeiter der 13 Mitgliedgemeinden an einem Netzwerk-Treffen im vergangenen Sommer beschlossen, das Projekt Infocard nochmals wiederzubeleben. Doch der Versuch scheiterte. «Das Interesse der Firmen und Jugendlichen blieb nach wie vor aus», sagt Perego.

Die Krux: Unternehmer bieten erst Rabatte an, wenn möglichst viele Jugendliche eine Karte haben und Jugendliche kaufen sich erst eine Karte, wenn sie gute Angebote finden. Da half auch die regionale Bus-Werbung nichts, die man im vergangenen Jahr während mehreren Wochen laufen liess.

Sackgeldjobs kamen in die Quere

Nicht nur fehlendes Interesse an der Karte machte den Jugendarbeitern einen Strich durch die Rechnung, sondern auch der gesetzte Zeitplan. «Wäre die Infocard zum Laufen gekommen, wären wir optimal im Zeitplan gewesen. Doch die Arbeit für die Infocard hat angefangen, sich mit jener für das neue Projekt «Jobs4Teens» zu überschneiden», erklärt Perego.

«Jobs4Teens» ist ein Projekt für Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren, bei dem Firmen, Institutionen oder Privatpersonen online Sackgeldjobs für Jugendliche anbieten können. Die Jugendarbeiter koordinieren den Erstkontakt zwischen Arbeitgebern und Jugendlichen und begleiten sie während der Zeit ihres Einsatzes. «Dieses Projekt lief von Beginn weg sehr gut, weshalb wir unsere Ressourcen stärker in dieses Projekt investierten und für die Vermarktung der Infocard kaum noch Zeit hatten.»

Und das Fazit: «Sicher wäre ein Erfolg mit der Infocard schön gewesen, doch wenn das Interesse nicht da ist, muss man realistisch sein und das Projekt einstellen», sagt Perego. Wie viel Geld in die Infocard geflossen ist, will sie nicht kommunizieren. Man habe aber vor allem Zeit und Arbeit investiert.