Obersiggenthal
Schneesport-Lager wird weiter durchgeführt

Die Debatte im Einwohnerrat über die Zukunft des Winterlagers der Abschlussklasse verlief lange Zeit wie eine Irrfahrt durch dichtes Schneetreiben.

Pirmin Kramer
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Der Einwohnerrat sprach sich für die Weiterführung des Schneesportlagers aus.

Der Einwohnerrat sprach sich für die Weiterführung des Schneesportlagers aus.

zvg

Mit aufgesetzten Kappen und Skibrillen verfolgten die Schülerinnen und Schüler der Klasse B2A gestern Abend die Sitzung des Obersiggenthaler Einwohnerrates. Dieser stimmte darüber ab, ob das Schneesportlager der Oberstufen-Abschlussklasse ab dem kommenden Winter 2020 weiter durchgeführt werden kann. Die Diskussion hatte in den vergangenen Tagen weit über die Gemeindegrenze hinaus für Schlagzeilen gesorgt. Diverse Medien berichteten, unter anderem die «Schweizer Illustrierte», welche der Boardercross-Olympiasiegerin Tanja Frieden eine Rose für ihren Appell verlieh, das Lager möge weitergeführt werden.

Die Idee zur Abschaffung des Lagers hatten Schulpflege und Schulleitung, weil angesichts der knappen Gemeindefinanzen auch das Budget der Schule unter Druck steht. Der Gemeinderat unterstützte die Sparidee in Höhe von jährlich 10 000 bis 15 000 Franken, und legte sie dem Einwohnerrat zum Beschluss vor.

Diverse Mitglieder des Gemeindeparlaments waren mit diesem Vorgehen allerdings alles andere als einverstanden. Es sei nicht Aufgabe des Einwohnerrats, sondern der Schulbehörden, darüber zu entscheiden, ob Geld für das Lager ausgegeben werden soll, waren sich Christoph Alder (SP) und Sandra Hehli (SVP) einig. Immer wieder war die Rede vom «Schwarzen Peter», der dem Einwohnerrat zugeschoben beziehungsweise von Verantwortung, die abgeschoben werde. Eine solche Vorlage dürfe dem Parlament gar nicht präsentiert werden, hiess es. Gemeindeammann Dieter Martin (FDP) stellte klar, es sei sehr wohl richtig, diese Frage dem Einwohnerrat zu stellen; denn dieser habe die Hoheit über das Budget der Gemeinde, und somit auch über einzelne Punkte wie das Schneesportlager. Und da die Schule die Lagerhäuser bald reservieren müsse, sei ein Entscheid notwendig.

Für Konfusion sorgte auch der Antrag der CVP/BDP, der zwar wohl mehrheitsfähig gewesen wäre, über den aber nicht abgestimmt werden konnte, weil er nicht korrekt formuliert war. Der Antrag sah vor, die Schule zu beauftragen, weiterhin alle fünf Schneesportlager durchzuführen, allerdings Einsparungen zu tätigen, beispielsweise via Dauer des Lagers oder mittels tieferer Entschädigungen. Unter anderem, weil der Antrag aber keine konkrete Summe enthielt, könne nicht darüber abgestimmt werden, kam das Ratsbüro nach einer Beratung zum Schluss.

Auch die Idee von Micha Jetzer (SVP) schaffte es nicht bis zur Abstimmung: Er hätte den jährlichen Gemeindebeitrag für Hilfsorganisationen, die im Ausland tätig sind, aus dem Budget streichen und damit das Lager querfinanzieren wollen. Doch weil nicht das Gesamtbudget zur Debatte stand, sondern bloss das Schneesportlager der Abschlussklasse, konnte seine Idee nicht weiterverfolgt werden.

Abgestimmt wurde dann aber doch noch: Der Einwohnerrat lehnte den Antrag zur Streichung des Lagers mit 27 zu 6 Stimmen ab. Fazit: Es wird auch 2020 ein Schneesportlager für die Abschlussklasse geben, die Schülerinnen und Schüler der Obersiggenthaler Klasse B2A dürfen sich auf den nächsten Winter freuen.

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