Baden
Schock: Zurich International School plant Wegzug aus Baden

Erst letzten Sommer bezog die Schule neue Räume am Badener Lindenplatz, jetzt droht die Schliessung. Der Schulbetrieb soll im Sommer 2015 eingestellt werden.

Martin Rupf
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Im neuen Schulhaus der Zurich International School läuft zurzeit der Innenausbau auf Hochtouren

Im neuen Schulhaus der Zurich International School läuft zurzeit der Innenausbau auf Hochtouren

Roman Huber

Rund 126 Schüler besuchen zurzeit die Zurich International School (ZIS) in Baden. Ab kommendem Schuljahr werden sie einen Schulstandort in Kilchberg, Wädenswil oder Adliswil besuchen müssen. Der Grund: Die Schule beabsichtigt, den Schulbetrieb in Baden auf Ende Juli 2015 einzustellen.

«Aufgrund globaler wirtschaftlicher Veränderungen und deren Auswirkungen auf die in der Schweiz tätigen internationalen Firmen ist unsere Schülerzahl am Standort Baden in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken», sagt ZIS-Sprecherin Urte Sabelus.

Konkret: Waren es 2011 noch total 176 Schüler, zählt der Standort heute nur noch 126 Schüler. «Damit wir die Schule wirtschaftlich führen könnten, bräuchten wir 250 Schüler», sagt Sabelus. Deshalb sei der ZIS-Stiftugnsrat zum Schluss gekommen, dass ein wirtschaftlicher Betrieb der Schule in Baden nicht mehr möglich sei.

Ende Monat fällt der Entscheid

Noch ist der definitive Entscheid der Schliessung nicht gefallen. «Der Entscheid wird bis Ende September erwartet», so Sabelus. «Wir wollen unseren Angestellten bis Ende Monat die Möglichkeit geben, noch allfällige Lösungsmöglichkeiten zu präsentieren.»

Die angekündigte Schliessung überrascht, bezog die Schule doch erst letzten Sommer neue Räumlichkeiten im Campus beim Lindenareal. «Als wir 2010 den Entscheid für den Bezug dieser Räume fällten, sahen die Prognosen noch rosig aus», sagt Sabelus. Doch leider seien diese nicht eingetreten. Vielmehr sind die Schülerzahlen in den letzten Jahren gesunken. Sabelus vermutet: «Dies wohl nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass sich im Aargau und in der Region Baden zu wenige Firmen mit ausländischen Arbeitskräften angesiedelt haben.»

Mit dem Schulbus nach Zürich

In einer schriftlichen Stellungnahme bedauert ZIS-Direktor Jeff Paulson die sehr wahrscheinliche Schliessung der Schule: «Wir bedauern es ausserordentlich, dass wir unseren Campus in Baden aus wirtschaftlichen Gründen nicht aufrechterhalten können.» Man habe alle Optionen geprüft, «doch die sinkenden Schülerzahlen lassen uns keine andere Wahl».

Im Sommer 2013 wurden die neuen Räume der Schule in Betrieb genommen. (Archiv)

Im Sommer 2013 wurden die neuen Räume der Schule in Betrieb genommen. (Archiv)

Stefanie Suter

Die ZIS hat die betroffenen Eltern bereits informiert und will mit allen das Gespräch aufnehmen, um bestmögliche Lösungen für die Schüler zu finden. Wie diese aussehen könnten, skizziert die Schulführung in der Pressemitteilung gleich selbst: «Alle betroffenen Schüler können den Unterricht an einem der vier anderen ZIS-Schulstandorte im Grossraum Zürich weiter verfolgen.»

Und weiter: «Falls der Standort geschlossen wird, wird die ZIS ab dem nächsten Schuljahr Schulbusse zur Verfügung stellen, welche die Schüler ab Baden zu den anderen ZIS-Schulhäusern transportieren werden.» Zudem stehe die Schule im Kontakt mit den internationalen Firmen, um die jeweils beste Lösung für die Kinder ihrer Mitarbeitenden zu finden.

«Wir haben heute auch unsere Angestellten in Baden informiert», sagt Urte Sabelus. Im Falle einer Schliessung werde sich die ZIS bemühen, für alle 40 Voll- und Teilzeit beschäftigten Lehrerinnen und Lehrer, die zurzeit in Baden unterrichten, äquivalente Arbeitsstellen an anderen Standorten zu finden, heisst es in der Mitteilung weiter.

Schweizweit mehr Schüler

2008 eröffnete die ZIS den Standort in Baden. Die ZIS ist die grösste internationale Schule der Deutschschweiz und für die hier ansässigen global tätigen Unternehmen und ihre internationalen Angestellten. Schweizweit werden 1500 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Während in Baden die Schülerzahlen abgenommen haben, sind sie schweizweit angestiegen.

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