Oberrohrdorf

Schönheit, Sinnlichkeit, Eleganz: Wenn man Skulpturen zum Leben erweckt

Martha Sieber und Thomas Welti stellen in der «Zähnteschüür» aus.

Martha Sieber und Thomas Welti stellen in der «Zähnteschüür» aus.

Die Badener Künstler Martha Sieber und Thomas Welti zeigen ihre Werke in der «Zähnteschüür».

Ich schmecke Metall, das sich mit Wasser und Sauerstoff vermischt. Wenn ich das gerostete Bild länger betrachte, kann ich hören, wie jemand einen Metallstab daran zum Klingen bringt und sogar, wie meine Hand über den Rost reibt. Das Geräusch jagt mir Gänsehaut vom Nacken bis über die Schultern und Arme. Auch die anderen Werke der Badener Künstlerin Martha Sieber in der Oberrohrdorfer «Zähtenschüür» fesseln mich. Ist das ein Elefant? Und dort unter der Farbschicht, sind das Konturen von Gesichtern? Träumen - fantasieren – das kann man hier stundenlang.

Schönheit. Sinnlichkeit. Eleganz. Beweglichkeit. Das sind Begriffe, an die ich sofort denke, als mein Blick über die Plastiken von Thomas Welti aus Baden schweift. «Das Wechselspiel zwischen Flächen und Linien, Bewegung und Statik muss ein Bildhauer verinnerlichen. Holz und Stein erlauben keine Fehler, was weg ist, ist weg», bringt Erich Obrist, Stadtrat Baden, die Herausforderungen des Künstlers in seiner Laudatio auf den Punkt. «Thomas Welti formt solange am Objekt, bis es seinen Vorstellungen entspricht.» Hier liegt der Unterschied zwischen den beiden Künstlern: «Mein Thema ist es, kein Thema zu haben. Ich versuche, alle Vorstellungen abzuschalten», erklärt Martha Sieber. Ihre Experimentierlust kennt keine Grenzen, sie bearbeitet jeden Bildträger ohne Tabus.

Bei Thomas Welti finden oft gedankliche Auseinandersetzungen im Vorfeld statt. Diese greifen zum Beispiel ein aktuelles wie auch heikles politisches Thema auf, das den Künstler auf seinen Reisen aufgerüttelt hat: Komplett verhüllte Frauen, die versuchen, in einem Wiener Strassencafé Glacé zu essen. «Bei jedem Biss mussten sie den Schleier anheben und haben auch noch weisse Handschuhe getragen. Im Hochsommer», erinnert sich der Künstler.

Öffnungszeiten: Freitag, 17 bis 19 Uhr; Samstag, 14 bis 18 Uhr; Sonntag 11 bis 17 Uhr; Ausnahme: Sonntag, 29. Oktober, 11 bis 16 Uhr; «Zähnteschüür», Ringstrasse in Oberrohrdorf.

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