Petition, Royal, kulturelle Zwischennutzung: Hatten wir das nicht schon einmal? Richtig: Bereits im Dezember 2010 reichte die damalige Interessengemeinschaft Royal beim Stadtrat eine Petition mit knapp 4000 Unterschriften ein, mit der sie den Erhalt des ältesten Aargauer Kinos forderte.

Stein des Anstosses war vor dreieinhalb Jahren der Plan des damaligen Eigentümers, das knapp 100-jährige Gebäude für 13 Parkfelder abzureissen, bis ein definitives Projekt feststehen würde.

Die Unterschriften verfehlten ihre Wirkung nicht: Der Stadtrat erwirkte mit dem Eigentümer, dass das Royal so lange kulturell zwischengenutzt werden darf, bis ein konkretes Projekt vorliegt. Seither mietet die Stadt das Royal und stellt es ihrerseits dem Verein Royal in Untermiete für den Kulturbetrieb zur Verfügung.

Das Royal ist in den letzten zweieinhalb Jahren zu einer festen Grösse in der Badener Kulturszene geworden. Doch die Sorge ist gross, dass die Tage des Kulturbetriebs gezählt sind, läuft doch der Mietvertrag in zwei Jahren aus.

Aus diesem Grund hat eine kleine Gruppe – sie nennt sich in Anlehnung an den offiziellen Werbeslogan der Stadt «Baden ist. Royal.» – Ende Juni eine neue Petition lanciert, in welcher der Erhalt des ehemaligen Kinos und die Fortführung des Kulturbetriebs gefordert werden.

«Wir haben bereits 1500 Unterschriften gesammelt», verrät Komitee-Mitglied Pascal Etzensperger. «Wir erhoffen uns, mit der Unterschriftensammlung eine öffentliche Debatte über die Zukunft des Royals zu lancieren.»

Ziel der Petitionäre sei es, aus dem temporären Kulturbetrieb einen definitiven zu machen. «Wir fordern die Stadt auf, das Royal in der laufenden Planung des Postareals zu berücksichtigen und zu bewahren», so Etzensperger.

Wichtig: Dem vierköpfigen Unterstützungskomitee gehören Personen an, die nicht zum Verein Royal gehören, der für den kulturellen Betrieb verantwortlich zeichnet. In einer Stellungnahme hält der Verein denn auch fest: «Die Unterschriftensammlung schmeichelt uns zwar, doch sind wir nicht deren Urheber.»

Vielmehr sei sich der Verein der Zwischennutzung bewusst und auch dankbar dafür. «Wie sehr Baden nach einem Royal gelechzt hat, stellte sich rasch heraus», steht weiter geschrieben. So sei das Royal vier Tage pro Woche geöffnet und werde – zusammen mit mindestens fünf weiteren Veranstaltungsgruppen betrieben – von Anfragen und Ideen regelrecht überschwemmt.

Vor diesem Hintergrund begrüsst der Verein die jüngste Aktion: «Wir begrüssen die wichtige öffentliche Diskussion über Urbanität, Kultur, Kulturgüter und städtebauliche Identität.»

Von der Unterschriftensammlung hat auch Stadtrat und Bauvorsteher Markus Schneider Kenntnis. «Die Stadt arbeitet zurzeit mit einem Architekten eine Machbarkeitsstudie für das Postareal aus.» In dieser werde geprüft, wie man alle Bedürfnisse unter einen Hut bringe. «Die Hinweise der Machbarkeitsstudie fliessen dann in den künftigen Gestaltungsplan ein.» Zudem stehe die Stadt in ständigem Kontakt mit dem Investor.

Grundsätzlich gibt Schneider zu bedenken: «Wenn jetzt ein definitiver Kulturbetrieb gefordert wird, darf man nicht vergessen, dass ein solcher um einiges teurer zu stehen käme als die derzeitige Zwischennutzung, die ohne grosse Auflagen auskommt.»

Das Unterstützungskomitee hält aber trotzdem an seinem Anliegen fest und will während der Sommerferien weitere Unterschriften sammeln. «Wann genau wir die Petition dann einreichen, steht aber noch nicht fest», so Etzensperger.

Hier finden Sie weitere Informationen und die Petition.