Untersiggenthal
Schöne Männchen und aggressive Weibchen – natürlich nur in gefiederter Form

Die Sing- und Ziervogelausstellung bringt Züchter aus der ganzen Schweiz in den Aargau. Es geht nicht nur ums Geschäft, sondern auch um die Ehre: Eine Jury bewertete die verschiedenen Vögel nach Farbton, Form, Grösse, Körperhaltung und Kondition.

Ursula Burgherr
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Ziervogelausstellung Untersiggenthal
9 Bilder
Was das wohl für ein Vogel sein mag
Unglaublich, diese vielen Farben
Traute Zweisamkeit
Dieser Vogel scheint beinahe zu leuchten
Diese Vögel wurden von der Jury gut bewertet
Die Farbverläufe sind hier besonders schön zu sehen
Die Vögel sitzen kaum still
Die Federn sind ganz zart

Ziervogelausstellung Untersiggenthal

Ursula Burgherr

Das Tschilpen und Zwitschern in der Mehrzweckhalle ist ohrenbetäubend. Vom glockenhellen Singen bis zum schrillen Pfeifen gibt es unzählige verschiedene Vogellaute, die ein Ornithologe wahrscheinlich sofort den verschiedenen Arten zuordnen könnte. Exoten, Wellensittiche, Kanarienvögel und Weichfresser sind zu sehen - etwa 500 an der Zahl und in allen erdenklichen Schattierungen.

Dass die Tiere in Käfigen sitzen, ist für einen Vogelzüchter natürlich kein Thema. «Solange die Behausungen den Normen des Tierschutzes entsprechen, sehe ich keine Probleme», erklärt Josef Wirth, Präsident des Sing- und Ziervogelvereins Nachtigall in Untersiggenthal kurz und bündig. Der Senior hält daheim rund 300 Vögel.

Er hat dafür einen separaten Anbau errichten lassen und verbringt jeden Tag mindestens vier Stunden bei seinen gefiederten Freunden. «Die Pflege ist bei einem Vogel nicht zu unterschätzen», sagt er. «Fütterung und die tägliche Reinigung von Käfig, Nistkasten und Futterschalen nehmen Zeit in Anspruch.» Nicht jeder Vogel eigne sich für eine Mietwohnung – vor allem wegen seiner Lautstärke.

Und es ist ganz und gar nicht rassistisch gemeint, wenn Wirth sagt: «Die Südamerikaner sind lauter und schriller als die Afrikaner.» Sehr anhänglich und menschenbezogen kann so ein Piepmatz werden – allerdings nur in Einzelhaltung. Die Farbenpracht ist beeindruckend: Hinter den Gitterstäben hüpfen, flattern oder schnäbeln Schön-, Glanz- und Schmucksittiche; mit gelben Schwänzchen, grünen Flügeln und blauen Köpfchen.

«Die Männchen sind in der Vogelwelt bunter und schöner als die Weibchen», so Wirth. «Dafür sind die Weibchen oft aggressiver und können einen schon mal dort in den Finger hacken, wo es richtig weh tut.» Ob Schopfwachteln, Lachtauben oder Balistaren – jedes Tier ist einzigartig punkto Federkleid.

Zwei winzige australischen Finken – höchstens 2 bis 3 Zentimeter lang – erwecken das Interesse eines jungen Pärchens. «Für uns Züchter ist so eine Ausstellung mit Verkaufsmöglichkeit der Zahltag», erklärt Wirth. Vor allem aber warten alle gespannt auf die Jurierung der verschiedenen Vogelkategorien. Bewertet werden Farbtöne, Form, Grösse, Körperhaltung und Kondition.