Der «Schweiz am Wochenende» liegt ein Schreiben der Schulleitung der Bezirksschule Baden vor, das sich an die Eltern der Bezirksschüler richtet: Demnach hat sich die Schule per sofort von einem Sportlehrer getrennt.

«Die Analyse der Situation zeigt klar, dass das Vertrauensverhältnis zwischen Schülerinnen und Schülern und seiner Person nachhaltig geschädigt ist», heisst es im Schreiben. Wie diese Zeitung erfahren hat, wurde dem Lehrer (Name der Redaktion bekannt) zum Verhängnis, dass er im Sportunterricht Filmaufnahmen machte.

Auf Anfrage bestätigt Jethro Gieringer, Schulleiter an der Bezirksschule Baden: «Ja, der betroffene Lehrer hat im Sportunterricht Kurzsequenzen mit Videokameras zu Beurteilungszwecken aufgenommen. Das mag bei gewissen Übungen angebracht sein, braucht aber zwingend eine Einverständniserklärung jeder einzelnen Schülerin und jedes einzelnen Schülers sowie zusätzlich deren Eltern.»

Einverständnis nur pauschal eingeholt

Im vorliegenden Fall sei das Einverständnis aber nur pauschal und am Rande der Lektionen eingeholt worden. «Dies entspricht erstens nicht unseren Richtlinien und internen Prozessen. Und zweitens erhielten wir von Schülerinnen und Schülern und deren Eltern Rückmeldungen, die sich an den Filmaufnahmen gestört haben und kundtaten, dass sie kein Vertrauen mehr in den Lehrer haben», sagt Gieringer.

In Gesprächen mit den betroffenen Klassen und der Lehrperson habe sich deutlich gezeigt, dass dieses Vertrauen nachhaltig gestört sei. Gieringer: «Aus diesem Grund sahen wir uns gezwungen, dem ohnehin befristet angestellten Stellvertreter zu kündigen.» Bei solchen Themen verfolge die Schule eine Null-Toleranz-Politik.

«Mit unseren klaren Richtlinien wollen wir nicht nur die Schüler, sondern auch unsere Lehrer vor ungerechtfertigten Anschuldigungen schützen», ergänzt Mirjam Obrist, seit Februar Geschäftsleiterin der Volksschule Baden. Denn der Umgang vor allem auch mit den neuen Medien stelle für die Schule und die Lehrer eine grosse Herausforderung dar. «Gerade bei Filmaufnahmen sind die Schüler zu Recht sensibilisiert und es ist besondere Vorsicht geboten», so Obrist.