Spreitenbach

Schüler sehen Museen und entdecken Neues

«Museen sehen» heisst das Motto der diesjährigen Kulturwochen. Insgesamt 83 Spreitenbacher Klassen können Anfang November ein Museum besuchen.

Die Klasse von Madeleine Moser und Sandra Jost ist eine der 83 Spreitenbacher Klassen, die in der ersten und zweiten Novemberwoche ein Museum besuchen können. Die 21 Schülerinnen und Schüler der 4. Primarschulklasse schauen gespannt auf die Schiefertafel, die Roger Kaysel in der Hand hält. Er fährt mit dem Griffel darüber und – es quietscht so laut, dass alle zusammenzucken. «So hat man früher geschrieben», erklärt Kaysel, der Gründer des Kindermuseums in Baden. Die Schulkinder staunen.

Dann geht es in die unteren Etagen des ehrwürdigen Hauses. Dort ziehen vor allem die verschiedenen Spiegel die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich. «Kommen Sie, Frau Jost», rufen die Kinder. «Hier müssen sie hinstehen.» Sevime, Aurela und Genta sind begeistert und machen viele Fotos.

Geld von den Ortsbürgern

Vom Kindergarten bis zur Oberstufe, alle sind sie unterwegs. Möglich machen dies die Spreitenbacher Ortsbürger. Jedes Jahr stellen sie jeder Schülerin und jedem Schüler zehn Franken für einen kulturellen Anlass zur Verfügung. Die Lehrerinnen Rachel Bischof, Sonja Christen-Reber und Simone Eichenberger organisieren dann ein Angebot. «Wir versuchen jedes Jahr etwas Neues anzubieten», sagt Simone Eichenberger. Jedes zweite Jahr sollen die Spreitenbacher Schülerinnen und Schüler etwas ausserhalb der Schule erleben. Rund 1450 Schülerinnen und Schüler kommen somit in den Genuss eines etwas anderen, aussergewöhnlichen Schulhalbtages.

Museen wie die «Langmatt»

«Wir haben uns für die Museen entschieden, weil wir uns vorstellen können, dass es Kinder gibt, die sonst kaum je in ein Museum kommen», sagt Simone Eichenberger. Die Lehrerinnen und Lehrer konnten aus verschiedenen Museen auswählen. Li Mülch ist Lehrerin der 4. Realklasse und hat sich für die «Langmatt» entschieden. «Ich war selber noch nie da», sagt sie. Die Jugendlichen lernen in der Ausstellung «Meet the Browns» das Leben dieser Industriellenfamilie kennen. Ausserdem befassen sie sich mit der beeindruckenden Impressionistensammlung.

Wie viel denn ein solches Bild koste, wollen die Schülerinnen und Schüler wissen. Kulturvermittlerin Rebekka Sieber lässt sie raten. 50000, 100000, 200000 Franken? «Das reicht bei Weitem nicht», sagt sie. Ein paar Millionen müssten es schon sein. Die Klasse ist beeindruckt. Dann sucht sich jeder ein Bild aus, um es abzuzeichnen. «Das Bild erinnert mich an meine Heimat Mazedonien. Dort wird auch viel von Hand auf dem Feld gearbeitet», sagt Elton zu «Die Erbsenernte» von Camille Pissaro. Und Vane hat sich für das Bild «Der Zopf» von Renoir entschieden: «Es ist einfach das Schönste hier.»

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