Die Einwohnerräte haben am Donnerstagabend den Zwischenbericht zur Schulraumplanung in Wettingen zur Kenntnis genommen und die Grundlagen zur weiteren Planung genehmigt.

Die Schulraumplanung deckt den Zeitraum bis 2030 ab und zeigt, wie stark die Zahl der Schüler und der Klassen voraussichtlich steigen wird; welche Schulbauten vorhanden sind; wie lange diese reichen und ab wann und wo zusätzlicher Schulraum gebaut werden muss. Was eher trocken klingt, sorgte im Parlament dann doch für Gesprächsstoff, – obwohl alle Fraktionen den Bericht am Ende guthiessen.

Kein Wunschkonzert

Anstoss der Debatte waren die potenziellen Klassengrössen. Denn zur Berechnung des Raumbedarfs der verschiedenen Schulstufen geht der Gemeinderat von höheren Schülerzahl pro Klasse aus. Es handelt sich dabei lediglich um Basiswerte, die sich nach den Rahmenbedingungen richten, die der Kanton für die Anzahl Schüler pro Klasse vorgibt. Die Fraktion SP/WettiGrüen war aber mit diesen Basiswerten nicht einverstanden. Sie fand insbesondere die Grösse der Realklassen stossend. Bisher zählt eine Realklasse rund 11 Schüler. Neu rechnet der Gemeinderat mit 19 Schülern pro Realklasse. «Das ist überrissen», sagte Leo Scherer (WettiGrüen) namens der Fraktion und machte geltend, dass eine Realklasse nur mit bis zu 15 Schülern vernünftig unterrichtet werden könne.

Damit später kein Zwang besteht, so grosse Klassen zu bilden, weil nicht genügend Schulzimmer für kleinere Klassen vorhanden sind, beantragte die Fraktion den jeweiligen Basiswert mit einem Minimum und einem Maximum an Schülern pro Klasse zu ergänzen. Dadurch gäbe es statt einem Szenario neu drei Varianten für den Schulraumbedarf. Und man hätte mehr Spielraum bei der Klassengrösse. «Wir wollen heute keine pädagogische Debatte führen, aber wir wollen die Möglichkeit einer Debatte schaffen», sagte Scherer. Für die Realschule schlug die Fraktion 13, 15 und 21 Schüler vor, wobei der mittlere der «realistische Wert» sei. Unterstützer fand die Fraktion seitens BDP und anfänglich der EVP. CVP, SVP und FDP bevorzugten die Variante mit einem einzigen Basiswert als Grundlage für die Berechnung des Schulraumbedarfs.

Der zuständige Gemeinderat Philippe Rey (parteilos) holte die Debatte auf den Boden der Realität zurück. «Der Kanton und der Alltag geben uns die Zahlen vor. Es ist kein Wunschkonzert.» Was das genau heisst, erklärte der Geschäftsleiter der Schule Wettingen, Samuel Kern: «Letztlich muss der Kanton die Klassengrössen bewilligen.» Dennoch: Die Gemeinde hat bei einer grossen Schülerzahl einen Spielraum bei der Einteilung der Klassen. Beispielsweise kann sie bei einem Jahrgang mit 200 Primarschülern entscheiden, ob sie diese in 9, 10 oder 11 Klassen einteilt. Die Zahl der vom Kanton bewilligten Lektionen für die 200 Schüler bleibt aber in etwa die gleiche und muss auf die Klassen verteilt werden. 11 kleine Klassen hätten entsprechend weniger Lektionen pro Klasse als 9 grössere.

Bei der Real- und Sekundarschule habe die Gemeinde aber keinen Spielraum. «Bei 23 Realschülern in einem Jahrgang konnten wir bisher bei einer Mindestgrösse von 11 Schülern genau zwei Klassen machen, das wird künftig so nicht mehr möglich sein», erklärte Kern. Letztlich müsse der Kanton jede einzelne Klasse bewilligen. Der Rat lehnte den Antrag von SP/WettiGrüen schliesslich mit 33 Nein- zu 12 Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen der EVP ab.

Die weiteren Traktanden

Die Landstrasse soll mit der «Teiländerung Nutzungsplanung Landstrasse» aufgewertet und belebt werden. Der Einwohnerrat stimmte der Vorlage einstimmig zu und lobte die sorgfältige Ausarbeitung der Vorlage. Genehmigt nun der Regierungsrat die Teiländerung, tritt sie ab Frühjahr in Kraft. Weiter genehmigte der Einwohnerrat die «Teiländerung Nutzungsplanung Margeläcker» einstimmig. Damit die Dreifachturnhalle Margeläcker gebaut werden kann, muss ein Teil des Bauareals in die Zone für öffentliche Bauten und Anlagen umgezont werden. Der Baukredit für die Turnhalle wir später in einer separaten Vorlage unterbreitet