Das Geschäftsjahr der Gemeinde Ehrendingen schliesst mit einem Finanzierungsfehlbetrag von 324'474 Franken ab. Darum betragen die Nettoschulden neu 6,294 Millionen Franken – oder anders formuliert: Sie sind von 1214 Franken pro Einwohner im Vorjahr auf 1333 Franken pro Person angestiegen.

Dass Gemeindeammann Hans Hitz dennoch von einem erfreulichen Jahresergebnis spricht, liegt daran, dass ein deutlich schlechteres Ergebnis budgetiert war: Erwartet wurde ein Finanzierungsfehlbetrag von fast 1,6 Millionen Franken.

Hauptgrund dafür, dass die Schulden weniger stark ansteigen als befürchtet, ist der Ertragsüberschuss von fast einer Million Franken, mit der die Verwaltungsrechnung abschliesst. Bei einem Ertrag von 17,13 Mio. Franken und einem Aufwand von 16,175 Mio. Franken sind es genau genommen 956'179 Franken, die dem Eigenkapital beigefügt werden konnten. «Grundsätzlich sind wir zufrieden mit dem Jahresergebnis. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass der Überschuss nur dank ausserordentlichen Einnahmen zustande kam, die nicht budgetiert waren», sagt Gemeindeammann Hans Hitz. Vor allem die Steuererträge – sie spülten 1,292 Mio. Franken mehr in die Gemeindekasse als budgetiert – trugen zum Überschuss bei.

Allein bei den Einkommens- und Vermögenssteuern übertraf Ehrendingen mit 11,52 Mio. Franken die letztjährige Rekordmarke von 10,87 Mio. Franken – und das Budget um 9,2 Prozent. «Ausserdem profitierten wir von Rückerstattungen von Sozialleistungen», erklärt Hitz.

Positiv beeinflusst haben das Jahresergebnis ausserdem Minderausgaben bei der allgemeinen Verwaltung (78'200 Franken), für den Strassenunterhalt und tiefere Beiträge an den Regionalverkehr (78'400 Franken). Mehr ausgegeben als budgetiert hat Ehrendingen im Jahr 2014 für Alimentenbevorschussungen und Sozialhilfe (220'400 Franken); fast 300 000 Franken höher als erwartet fielen die Lehrerbesoldungsanteile an den Kanton sowie Rückerstattungen für Schülertransporte aus.

Fast eine Punktlandung hat Ehrendingen bei den Investitionen erreicht: Die budgetierten Ausgaben von 2,24 Millionen Franken wurden nur um rund 10'000 Franken überschritten. Fast jeder zweite Franken wurde für die Sanierung der Schulanlagen verwendet. Wichtiger Investitionsposten war die Instandhaltung der Gemeinde- und Kantonsstrassen (976'404 Franken).

Finanzpolitisch habe sich die Gemeinde für die kommenden Jahre zum Ziel gesetzt, die Schulden leicht zu senken, erklärt Ammann Hitz. «Nächstes und übernächstes Jahr stehen für die Schulraumplanung noch Investitionen von rund 1,5 Millionen Franken an. Danach werden wir bei den Investitionen einen Gang zurückschalten und so zu sparen versuchen.»

«Wir bauen keine Luftschlösser»

Nach einem Jahrzehnt des grossen Bevölkerungswachstums gehe es nun darum, die Qualität der Gemeinde weiter hochzuhalten, erklärt Hitz die Ziele des Gemeinderates. «Wir sind realistisch und bauen keine Luftschlösser.» Weil die Baulandreserven aufgebraucht sind, sei die Zeit des Wachstums zu Ende. Es sei nicht der richtige Zeitpunkt, um Ideen zu verwirklichen wie etwa den Bau eines Hochhauses beim Höhtal – diese Vision hatte Hitz’ Amtsvorgänger Renato Sinelli ins Spiel gebracht. «Nun gilt es, konkrete Probleme in der Gemeinde zu beheben. Beispielsweise wollen wir die Verkehrssituation im Oberdorf verbessern.»