Baden
Schüler bauen neues Zuhause für Ringelnattern, Frösche und Krebse

31 Kinder des Schulhauses Meierhof bepflanzten einen Bach fast neben ihrem Schulzimmer. Dabei blieben sie beinahe selbst in der nassen Erde stecken.

Sabina Galbiati
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31 Schülerinnen und Schüler bepflanzen den Stadtbach
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Junge Erle
Die Natur setzt sich durch
Die Baustelle an der Stadtbachstrasse
Blick auf den Stadtbach

31 Schülerinnen und Schüler bepflanzen den Stadtbach

Emanuel Freudiger

Die Schüler der dritten Primarklasse liessen sich weder von den eisigen Temperaturen noch von der matschigen Erde beeindrucken. Voller Tatendrang packten sie ihre Schaufeln und Hacken und beackerten den neuen Stadtbach.

Wo vorher nur ein Rinnsal floss, strömt jetzt ein richtiges Bächlein entlang des Fussballplatzes direkt neben dem Schulhaus Meierhof.

Dort pflanzten die unter Anleitung des Landschaftsarchitekten Felix Naef junge Erlen an. «Erlenbruchwälder sind sehr selten und speziell, weil die Bäume bis zu sechs Monate im Wasser stehen können», erklärt Naef. Bei hohem Wasserstand sehe es später aus, wie in den Everglades.

420 Meter für Mensch und Natur

Die Abteilung Tiefbau hat beim Projekt «Sauberwasserleitung» die Federführung. Für rund 1,6 Millionen Franken wird der Auslauf des Dättwiler Weihers via unterirdische Leitung direkt in die Limmat geführt.

«Damit verhindern wir, dass sauberes Wasser in die Kläranlage fliest und dort unnötig gereinigt wird», sagt Projektleiter Christian Wolff von der Abteilung Tiefbau der Stadt.

Beim Schulhaus Meierhof fliest der Bach auf einer Länge von 420 Metern an der Oberfläche. Ungefähr in der Mitte wird ein kleiner Teich den Bach in zwei Hälften teilen.

Auf der gesamten Länge soll ein neues Zuhause für Ringelnattern, Frösche, Krebse und Libellen entstehen. «Unsere Erfahrungen zeigen, dass Kinder viel mehr Sorge tragen, wenn sie bei so einer Bepflanzung mithelfen können», sagt Naef.

Die Schülerinnen und Schüler hatten so viel Spass an der Aktion, dass sie nach einer Stunde schon wieder fertig waren. Nur die nasse Erde machte ihnen zu schaffen. «Ich musste zweimal ein Kind aus der Erde ziehen, weil es mit den Stiefeln stecken geblieben ist», sagt Naef und lacht.

Zur Belohnung gab es im warmen Schulhaus heissen Punsch und einen Müsliriegel. Kinder und Lehrer waren so begeistert vom Gärtnern, dass sie den zweiten Abschnitt, oberhalb des kleinen Teiches ebenfalls bepflanzen wollen.