Schulhaus Baden
31-Millionen-Umbau inklusive Schwimmbad: Fast alle sind dafür – nur die SVP warnt

In Baden soll die «Pfaffechappe» zu einem modernen Primarschulhaus werden. In drei Wochen kommt es zur Abstimmung an der Urne. Zu reden geben die hohen Kosten.

Pirmin Kramer
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So soll die «Pfaffechappe» in Zukunft aussehen.

So soll die «Pfaffechappe» in Zukunft aussehen.

Visualisierung: zvg

Wie so oft im Badener Parlament fiel auch die Abstimmung im Dezember 2018 hauchdünn aus. Mit 24 zu 23 Stimmen behielt das Ja-Lager die Überhand. Zur Debatte stand damals der Projektierungskredit für den Umbau des Schulhauses Pfaffechappe von einem Oberstufen- in ein Primarschulhaus. Umstritten war die Frage, wie umfassend das Schulhaus saniert werden müsse. Der Stadtrat schlug vor, aus Kostengründen auf die Renovation der Schwimmhalle zu verzichten. Gemäss seiner Vorlage hätte aus dem Schwimmbad mit 25-Meter-Becken eine Gymnastikhalle werden sollen. Doch der Einwohnerrat stimmte – ebenfalls mit 24 zu 23 – Ja zum Erhalt des Schwimmbades sowie zusätzlich zum Einbau einer «kontrollierten Lüftung».

In drei Wochen, am 7. März, wird das Badener Stimmvolk über den Umbaukredit von 31,145 Millionen Franken abstimmen, nachdem das Stadtparlament den Kredit im Dezember klar genehmigt hat. Inzwischen empfehlen alle Parteien ein Ja – mit Ausnahme der SVP. Die Partei erinnert daran, dass der Stadtrat in seinem ursprünglichen Vorschlag die Kosten habe tief halten wollen, durch den Verzicht auf die Schwimmhalle und die Lüftung.

«Die SVP Baden war damals und heute nicht gegen einen Schulhausumbau, wir waren und sind aber immer noch gegen die zu hohen Baukosten», sagt Fraktionspräsident Daniel Glanzmann. «Im Moment können wir uns weder die Lüftung noch die Schwimmhalle leisten.» Deshalb lehne die SVP diesen Kredit ab und unterstütze die Absichten des Stadtrates von damals, «bei diesem Bau zu sparen und somit Rücksicht auf die Steuerzahlerinnen und -zahler zu nehmen und etwas gegen den immer grösser werdenden Schuldenberg zu unternehmen».

FDP: «Verschuldung noch tragbar»

Ein kritisches Ja zum Kredit gibt es von der FDP. «Wir hätten den Umbau aufgrund der sehr hohen Kosten zwar lieber ohne Sanierung des Lehrschwimmbeckens und ohne mechanische Lüftung durchgeführt, wie es der Stadtrat vorgeschlagen hat», sagt Adrian Humbel. Die FDP akzeptiere jedoch den Entscheid des Einwohnerrates zu Gunsten des Schwimmbades und der Lüftung und stimme dem Baukredit zu. «Die Verschuldung pro Einwohner wird durch diese Investition zwar noch einmal steigen, ist aber aus Sicht der FDP noch tragbar.»

So sieht die Schulanlage derzeit aus.

So sieht die Schulanlage derzeit aus.

Alex Spichale / BAD

Alle anderen Parteien empfehlen der Stimmbevölkerung ein klares Ja. «Die Pfaffechappe ermöglicht mit dem Umbau und der Sanierung zukünftige Lehr- und Lernformen und ist zum Beispiel auf Gruppenarbeit, Tagesstrukturen und digitales Lernen ausgerichtet», so Sarah Wiederkehr von der CVP. Nadia Omar vom Team Baden: «Das heutige Gebäude ist sanierungsbedürftig und das ausgearbeitete Projekt bietet ein Raumprogramm, das auch innovative Unterrichtsformen ermöglicht.» Ebenso überzeuge die sorgfältige Aussenraumplanung, die trotz beengter Platzverhältnisse dem Bewegungsbedürfnis der Kinder und Jugendlichen Rechnung trage.

Blick ins Innere der künftigen «Pfaffechappe». Die offene Raumstruktur soll eine flexible Unterrichtsgestaltung ermöglichen.

Blick ins Innere der künftigen «Pfaffechappe». Die offene Raumstruktur soll eine flexible Unterrichtsgestaltung ermöglichen.

Visualisierung: zvg

Hans Rudolf Stauffacher, Fraktionspräsident der SP und ehemaliger Rektor der Kantonsschule Baden: «Die Sanierung des bald 50-jährigen Schulhauses ist nötig. Dass dabei multifunktional nutzbare Räume für den Schulbetrieb geschaffen werden, finden wir zeitgemäss.» Die SP begrüsse auch den Anschluss an die Fernwärme und Fernkälte sowie die Nutzung des Daches zur Energiegewinnung. Bei einem Ja an der Urne würde im August mit den Bauarbeiten begonnen, im Juli 2023 wäre die neue «Pfaffechappe» bezugsbereit. Die Oberstufenschülerinnen und -schüler werden künftig in der neuen «Burghalde» unterrichtet. Diese wird derzeit für 105 Millionen Franken umgebaut.

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