Mellingen
Schulhaus: Das Siegerprojekt ist ein dreigeschossiger Holzbau

An einer Infoveranstaltung konnte sich die Bevölkerung erstmals ein Bild vom geplanten Neubau machen. Ursprünglich waren dafür 17,2 Mio. Franken vorgesehen. Nun werden die Kosten überprüft.

Carla Stampfli
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Siegerprojekt Schulraumerweiterung Kleine Kreuzzelg Mellingen
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Querschnitt des geplanten Primarschulhauses. Siegerprojekt der Felber Widmer Schweizer Architekten einmal Hallenraum und einmal Südwestfassade
Innenansicht des neuen Primarschulhauses. Siegerprojekt der Felber Widmer Schweizer Architekten.
Das Modell des Siegerprojekts von Felber Widmer Schweizer Architekten. Das Modell des Siegerprojekts von Felber Widmer Schweizer Architekten.

Siegerprojekt Schulraumerweiterung Kleine Kreuzzelg Mellingen

zvg

Nun ist bekannt, wie die Schulanlage Kleine Kreuzzelg in Mellingen erweitert werden soll: Mit einem dreigeschossigen Holzbau, der gegenüber dem bestehenden Primarschulhaus zu stehenkommen soll. An einer Infoveranstaltung am Montagabend hatte die Bevölkerung die Möglichkeit, das Siegerprojekt des Aarauer Architekturbüros Felber Widmer Schweizer und die Projekte der weiteren fünf Teilnehmer des Studienauftrags zu besichtigen. Der Holzbau wird künftig als Primarschulhaus dienen. Das bestehende Primar- und das Oberstufenschulhaus werden so umgebaut, dass beide Gebäude der Oberstufe zur Verfügung stehen. Die Umbauarbeiten waren jedoch nicht Gegenstand des Studienauftrags.

«Das Siegerprojekt hat die Jury in mehrfacher Hinsicht einstimmig überzeugt», sagte Bauverwalter Emanuele Soldati. Erstens sei es ein einfacher, nachhaltiger und zweckmässiger Holzbau. Zweitens weise es eine optimale pädagogische Raumaufteilung auf. Drittens könne die Aula, die über ein Foyer erschlossen ist, ausserhalb der Schulzeit beispielsweise von Vereinen für Anlässe benutzt werden. Zuletzt stimme die Wirtschaftlichkeit: «Der Neubau bewegt sich im Rahmen der seinerzeitigen Kostenvorstellung von 17,2 Millionen Franken.»

Sparpotenzial noch nicht geprüft

Der Betrag warf denn auch gleich Fragen auf. So wollte ein Teilnehmer wissen, ob die Kosten – wie von der Gemeindeversammlung verlangt – bereits überprüft und Einsparungen vorgenommen worden seien. Zur Erinnerung: Im November 2017 hatten die Stimmberechtigten drei Projektierungskredite für die Erweiterung und Sanierung der «Kleinen Kreuzzelg» von insgesamt 1,5 Millionen Franken deutlich zurückgewiesen. Stattdessen wurde der Gemeinderat beauftragt, dass er die Kosten für das geplante Schulhaus reduziert und die künftigen Schülerzahlen sowie den dafür notwendigen Schulraum noch einmal evaluiert.

«Das Ergebnis aus dem Studienauftrag wurde noch nicht überarbeitet. Deshalb können wir noch nicht sagen, wie viel günstiger wir den Neubau realisieren können», sagte Gemeindeammann Bruno Gretener (FDP). In einem ersten Schritt seien die Schülerzahlen überprüft worden. «Hieraus wird der Gemeinderat das neue Raumprogramm ableiten und entsprechende Anpassungen am Siegerprojekt verlangen.»

Die erneuten Abklärungen hätten gezeigt, dass sich die Resultate annähernd mit den an der Gmeind präsentierten Zahlen decken. Was die Abteilungen der Primar-, Sek- und Realstufe betrifft, rechnet die Gemeinde mit einer Zunahme von aktuell 24 Abteilungen auf insgesamt 32 im Schuljahr 2022/23. «Auch wenn die Bevölkerung nicht wie vorgesehen wachsen sollte, wird sich an unseren Berechnungen nicht viel ändern. Wir sind auf zusätzlichen Schulraum angewiesen. Der Gemeinderat wird alles daransetzen, um Optimierungsmöglichkeiten auszuschöpfen», sagte Bauverwalter Soldati.

Grundlagen sind beisammen

An der Gmeind im Juni wird das Projekt mit dem Neubau sowie den überarbeiteten Zahlen nochmals vorgestellt und die entsprechenden Verpflichtungskredite beantragt. «Die nötigen Grundlagen haben wir nun beisammen. Jetzt geht es darum, alle zusätzlichen Abklärungen vorzunehmen», sagte Soldati. Der Gemeindeammann fügte an, dass man in den nächsten Monaten gemeinsam mit den Architekten prüfen werde, wo Kostenoptimierungen möglich sind. Auch wird der Gemeinderat unter anderem das definitive Raumprogramm für das neue Schulhaus erstellen. Zudem werden die drei Projektierungskredite für den Neubau, die Wärmeerzeugung und die Anpassung der bestehenden Schulanlage überprüft. «Unser oberstes Ziel ist, dass der Kostenrahmen, den wir zu gegebener Zeit vorschlagen werden, eingehalten wird», sagte Gretener.

Genehmigen die Stimmberechtigten die Projektierungskredite, wird ein Vorprojekt mit Kostenschätzung erarbeitet. Im Sommer 2019 soll der Baukredit für den Neubau der Gemeindeversammlung beantragt werden. Geht alles nach Plan, wird das neue Primarschulhaus Ende 2021 bezugsbereit sein.