«Mama, hier bin ich», ruft der kleine Bub mit seinem Lieblingsstofftier unter dem Arm. Er hat es offensichtlich genau wissen wollen und ob seiner Erkundung der neuen Werkräume in der Schulhaus-Erweiterung in Mellingen kurz den Kontakt verloren. Aber wer weiss? Vielleicht wird er ja dereinst als Schüler hier ein- und ausgehen und dabei das Gebäude gründlich kennenlernen.

Noch wird an der Umgebung der Schulhaus-Erweiterung – für welche die Mellinger Stimmbürgerinnen und Stimmbürger seinerzeit einen Kredit von knapp 19 Millionen Franken bewilligt hatten – emsig gearbeitet. Das Gebäude selber ist aber weitgehend betriebsbereit. Noch fehlt zwar in den Werkräumen, den Musikzimmern und den sechs Klassenzimmern das Mobiliar. Unter den Wandtafeln in den Klassenzimmern warten aber bereits die grossen Massstäbe und Zirkel und auch die Schwämme auf ihren Einsatz.

Nach rund zwei Jahren Bauzeit wird das Gebäude, das der Real- und der Sekundarschule sowie der Musikschule dienen wird, und in das zudem eine Doppelturnhalle integriert ist, auf Beginn des neuen Schuljahres bezogen. Einziehen wird, nach dem Anschluss an den Schulverband Mellingen-Wohlenschwil, auch die Oberstufe Fislisbach. Im Rahmen des Jubiläums «40 Jahre Musikschule Mellingen» soll die Erweiterung der Schulanlage im September offiziell eingeweiht werden.

«In der Schlussphase wird es immer hektisch», stellt Martin Leder vom Büro Meier Leder Architekten AG in Baden fest, das den Erweiterungsbau nach dem Wettbewerbserfolg projektiert und realisiert hat. «Wir werden aber auf jeden Fall fertig. Wir sind auf Kurs.»

Davon und von den Qualitäten des Gebäudes haben sich am Samstag bei einem Besichtigungstermin der Architekten vor allem Fachleute überzeugen können.

«Ein spezielles Kind»

Für ihn sei die Schulhaus-Erweiterung ein ganz «spezielles Kind», sagt zwischen zwei Führungen Architekt Martin Leder. Schliesslich sei er hier zur Schule gegangen. «An einem Ort, den man kennt, zu bauen, ist eine besondere Herausforderung», betont er. Eine weitere Herausforderung habe das wegen der unterschiedlichen Nutzungen komplexe Raumprogramm gebildet. Martin Leder: «Wichtigster Punkt dabei war es für uns, dass die Nutzungsbereiche ihre eigene Charakteristik aufweisen, diese aber untereinander durch die über mehrere Geschosse offen gestaltete Erschliessungszone in Verbindung stehen .»

Als wichtigen Faktor bezeichnet er aber auch die äussere Gestaltung und die städtebauliche Position des Gebäudes im Areal. Martin Leder: «Quasi als Schlussstein fasst die Erweiterung der Schulanlage den etwas erhöhten Pausenhof mit dem Bezirksschulhaus und dem Annexbau, gleichzeitig verbindet es sich an der Bahnhofstrasse mit dem alten Primarschulhaus, welches auch als Referenz für den Neubau stand.»