Schlank in den Frühling - das will die Planungskommission des Oberstufenzentrums Rohrdorferberg mit der abgespeckten Version des geplanten Schulhauses. Das Problem: Das im September 2011 vorgestellte Projekt war zu optimistisch und massiv zu teuer. Deshalb wurde in einem dreimonatigen Vorprojekt an der Planung gefeilt.

Kostendach zu tief

Das Ergebnis: An den ausserordentlichen Gemeindeversammlungen im März wird der Bevölkerung der Gemeinden Nieder- und Oberrohrdorf sowie Remetschwil und Bellikon ein Projektierungskredit von 1,75 Mio. Franken vorgelegt. Die Krux: «Mit Optimierungen am Gebäudekörper konnten die Kosten gesenkt werden, dennoch wird das Projekt teurer als geplant», erklärt Martina Egger, Präsidentin der Planungskommission und Gemeinderätin in Niederrohrdorf. Mit anderen Worten: Das Kostendach von 15,5 Mio. Franken kann nicht eingehalten werden.

600 Quadratmeter eingespart

Wie viel mehr das Projekt kosten soll, bleibt vorerst geheim. «Wir wollen die Bevölkerung an der Infoveranstaltung im Februar über die aktuelle Kostenschätzung und den neuen Raum- sowie Zeitplan informieren», sagt Egger. Die Planungskommission habe in enger Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Fiechter & Salzmann aus Zürich in einer zweiten Runde an der Planung gearbeitet, um das Projekt zu optimieren.

«Wir haben rund 600 Quadratmeter Fläche eingespart, ohne etwas an der Hauptnutzfläche oder an der Infrastruktur zu ändern», erklärt Architektin Caroline Fiechter. Konkret? «Die 17 Schulzimmer bleiben sich gleich. Hingegen werden ein Stockwerk im östlichen Gebäudeflügel, das komplette zweite Untergeschoss sowie die grosse Haupttreppe ins erste Obergeschoss eliminiert», erklärt Fiechter.

Berechnungen «sehr präzise»

Wie genau aber ist die Kostenschätzung, die der Bevölkerung am 23. Februar präsentiert wird? «Die aktuellen Berechnungen sind im Gegensatz zum Wettbewerbsprojekt sehr präzise. Sie weisen eine Genauigkeit von plus minus 15 Prozent auf», sagt Fiechter. Es sei üblich, dass Wettbewerbsprojekte das vorgesehene Kostendach sprengen. Doch in diesem Fall seien die Planungsvorgaben sehr sportlich gewesen», sagt Fiechter. Genau in diesem Punkt sieht sich die Orts-FDP Niederrohrdorf bestätigt.

FDP zweifelt an Glaubwürdigkeit

«Unsere kritische Haltung war berechtigt. Die Zahlen der Architekten waren ein Vielfaches höher als das Kostendach. Um wie viel wurde nie offiziell beziffert», sagt Parteipräsident Werner Rufli. Die Hauptkritik der FDP: «Das präsentierte Projekt war ein Wunschkatalog, ohne dass zuvor die fachliche Grundlage detailliert geschaffen wurde.» Egger kontert: «Das Kostendach wurde mit einem Fachplaner berechnet. Dieser Betrag wurde immer als Kostenschätzung bezeichnet.» Eine Schätzung in diesem Planungsstand gehe von einer Genauigkeit von plus minus 25 Prozent aus.

Rufli hält fest: Die FDP erwarte, dass ein professionelles und wirtschaftliches Projekt präsentiert werde, das von allen mitbeteiligten Gemeinden getragen werden kann. «Es wurden jetzt lange falsche Zahlen genannt. Die Glaubwürdigkeit gegenüber der Planungskommission hat gelitten», bedauert Rufli. Dass das Siegerprojekt viel zu teuer ist, habe man bereits im September gewusst.

Schule soll keine Luxusvariante sein

Den Vorwurf, die Planungskommission verheimliche Zahlen, lässt sich Egger nicht gefallen: «Gerade weil man der Bevölkerung keine falschen Zahlen vorlegen will und um die Kosten transparent auf den Tisch legen zu können, haben sich die Gemeinden für dieses Vorprojekt entschieden, hinter welchem wir voll und ganz stehen», sagt Martina Egger.
Ebenso überzeugt von der optimierten Variante sind die Vertreter der anderen Gemeinden.

«Die Schule wird mehr als 15,5 Millionen Franken kosten; sie ist aber keine Luxusvariante. Da wir eine moderne und qualitative Schule wollen, haben wir die Kosten nicht auf Gedeih und Verderben auf das vorgesehene Kostendach gedrückt», sagt René Roca, Gemeinderat Oberrohrdorf.