Wettingen
Schulhäuser werden aufgestockt

Schulzimmer sind Mangelware – Gemeinde investiert 16,8 Millionen Franken.

Dieter Minder
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Kinder überqueren bei der Schulanlage Dorf/Zehntenhof die Landstrasse. Um die Sicherheit zu erhöhen, soll der Fussgängerstreifen mit einer Mittelinsel ergänzt werden. Alex Spichale

Kinder überqueren bei der Schulanlage Dorf/Zehntenhof die Landstrasse. Um die Sicherheit zu erhöhen, soll der Fussgängerstreifen mit einer Mittelinsel ergänzt werden. Alex Spichale

Wegen des anhaltenden Bevölkerungswachstums und dem Wechsel auf 6 Jahre Primar- und 3 Jahre Sekundarstufe (6/3) benötigt die Gemeinde Schulraum. Vor Jahresfrist präsentierten Gemeinderat und Schulpflege die entsprechende Planung.

Demnach sollen die Kinder vom 1. bis 4. Schuljahr in den dezentralen Schulhäusern Altenburg, Dorf und Margeläcker unterrichtet werden. Die Schüler des 5. und 6. Schuljahres sollen im Zehntenhof zusammengefasst werden. Bezeichnet wird dieses System als 2/2/2, weil die Kinder in der Regel alle 2 Jahre den Lehrer wechseln.

Als Alternative gibt es das System 3/3, mit Wechseln nach 3 Jahren.

Patrick Neuenschwander (SP) erkundigte sich in einer Interpellation nach der Sicherheit auf dem Schulweg. Dieser wird für die 5. und 6.-Klässler länger. Der Gemeinderat teilte in seiner Antwort mit, dass die Polizei ein Schulwegkonzept erarbeitet habe.

Zudem würde die Sicherheit laufend überprüft und optimiert, so wird der Fussgängerstreifen bei der Schulanlage Dorf mit einer Mittelinsel ergänzt. Auch im Hinblick auf den längeren Schulweg soll der Fahrradtest künftig bereits im 4. Schuljahr durchgeführt werden. Neuenschwander forderte, dass der Schulweg auch aus Sicht der Jugendlichen beurteilt werden müsse.

Margeläcker wird ausgebaut

Als erste bauliche Konsequenz der Schulraumplanung, sollen die drei Schulhäuser im Margeläcker für 16,8 Millionen Franken um eine Etage aufgestockt werden. Dort sollen neben der 1. bis 4. Klasse Primarschule die Sekundar- und die Realschule untergebracht werden.

Auf dem Dach der Schulhäuser wird das Elektrizitäts- und Wasserwerk eine Photovoltaikanlage betreiben. Jürg Baumann, Sprecher der Finanzkommission, stellte fest, dass die Erweiterung Margeläcker unumgänglich sei. Für Yvonne Vogel (FDP) ist der Zeitrahmen zu eng.

Die neuen Räume müssen bis 2015 bezugsbereit sein. «Wir stimmen dem Kredit zähneknirschend zu», sagte Tobias Mittner (SVP). Die Partei möchte, dass in künftigen Kreditanträgen für Schulhäuser auch die zu erwartenden Betriebskosten aufgezeigt werden. Für mehr Weitsicht in der Schulraumplanung plädierte Roland Klasen (SP/WG). Er stellte den Antrag, das Projekt anzupassen, zog diesen aber wieder zurück.

Turnhalle unter der Spielwiese

Bereits jetzt ist das Angebot an Hallen so knapp, dass der Turnunterricht für die Heilpädagogische Schule (HPS) teilweise im Tägi angeboten werden muss. Weil die Schülerzahlen in Wettingen weiter zunehmen, benötigt die Gemeinde neue Turnhallen.

Deshalb plant sie unter der Spielwiese Margeläcker eine Dreifachturnhalle. Um einen Wettbewerb durchzuführen, bewilligte der Einwohnerrat 333 000 Franken.

Das Elektrizitäts- und Wasserwerk Wettingen (EWW) wird im Herbst Fohrhözli ein neues Betriebsgebäude beziehen. Einzig der Elektroladen wird an der Landstrasse bleiben. Damit wird das Haus frei für die Regionalpolizei Wettingen-Limmattal.

Um das Gebäude umzubauen, bewilligte der Einwohnerrat 537 000 Franken. Das Projekt stammt von Architekt und Einwohnerrat Martin Egloff, der während der Verhandlung in den Ausstand musste. Um zu sparen, wird die Polizei ihre Möbel vom Rathaus an die Landstrasse mitnehmen. Der Umzug ist Anfang 2014 geplant.

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