Killwangen

Schulhauserweiterung kostet 5 Millionen mehr als geplant

Visualisierung des künftigen Bahnhofareals Killwangen mit dem Bahnhofgebäude (r.); dem Neubau mit Lift (Mitte) – dazwischen die Haltestelle Limmattalbahn und der Busbahnhof (vorne).  ZVG

Visualisierung des künftigen Bahnhofareals Killwangen mit dem Bahnhofgebäude (r.); dem Neubau mit Lift (Mitte) – dazwischen die Haltestelle Limmattalbahn und der Busbahnhof (vorne). ZVG

Die Killwangener Gemeindeversammlung wurde von Zukunftsthemen dominiert. Die geplante Schulhauserweiterung gab zu reden: Statt 4,9 Millionen soll sie rund 9,6 Millionen Franken kosten.

«Wir wollen frühzeitig informieren, die Leute sollen nicht erst an der nächsten Gemeindeversammlung mit dem Problem konfrontiert werden», sagte Gemeindeammann Alois Greber. Das Problem, das sich am politischen Horizont der Gemeinde abzeichnet, sind die Kosten für die geplante Schulhauserweiterung. Statt der vor einem Jahr geschätzten 4,9 Millionen Franken dürfte die Anlage mit 6 Schulzimmern, 2 Kindergärten und einer Aula rund 9,6 Millionen Franken kosten.

Gemeinderat Walter Hubmann hatte die Aufgabe, der Versammlung mitzuteilen, dass im neuen Preis zusätzlich die notwendige Sanierung des Schulhauses Zelgli sowie die Sanierung des alten Schulhauses beim Werkhof enthalten sei. Baukommission und Gemeinderat seien nun daran, Varianten auszuarbeiten. Doch vorerst will der Gemeinderat die Stimmung in der Bevölkerung ausloten. «Melden Sie sich bei der Baukommission oder dem Gemeinderat», rief Hubmann die Versammlungsteilnehmer auf.

Geburtenzahlen weisen nach oben

Alois Greber forderte auch die beiden Ortsparteien – es gibt eine CVP und eine SVP – auf, sich zu äussern. Angesichts der stark gestiegenen Kosten beabsichtigt der Gemeinderat der Gemeindeversammlung im Herbst einen Grundkredit, für die Schulhauserweiterung, sowie verschiedene Optionen zu unterbreiten. Unbestritten ist, dass Killwangen die zusätzlichen 6 Klassenzimmer sowie Gruppenräume braucht. Die Geburtenzahlen weisen nach oben und die Bevölkerungszahl dürfte in den nächsten Jahren markant ansteigen.

Die Ursache liegt im zweiten Projekt, über das der Gemeinderat anschliessend an die ordentlichen Traktanden orientierte: die Limmattalbahn. Im gesamten Limmattal wird die Einwohnerzahl um 13%, die Zahl der Arbeitsplätze um 41% steigen. «Im 400-m-Einzugsgebiet der Limmattalbahn werden 27% mehr Einwohner erwartet», sagte Greber. «Der Kantonsplaner erwartet bis 2015 30000 neue Einwohner in der Region, davon werden auch einige nach Killwangen kommen», sagte Greber. Die Zahl der Personenfahrten dürfte um rund 200000 oder 30% pro Tag ansteigen. «Nur mit der Limmattalbahn kann dies bewältigt werden.»

Ab 2017 sollen die Trams rollen

Die Strassen sollen nicht weiter ausgebaut werden und auf dem SBB-Trassee ist kein Platz für zusätzliche Züge. «Die SBB-Linie ist so belastet, dass jetzt von einem Tunnel zwischen Schlieren und Mägenwil gesprochen wird.» Ab 2017 sollten die ersten Trams der Limmattalbahn rollen.

Der Bahnhof Killwangen Spreitenbach wird vorerst westlicher Endpunkt der Limmattalbahn sein. Das wird dort einige Umgestaltungen bedingen. Die Endstation ist auf dem Vorplatz des Bahnhofgebäudes vorgesehen. Um rechtliche Klarheit zu schaffen, will der Gemeinderat im Rahmen der laufenden Zonenplanrevision das Bahnhofareal noch weiter unter die Lupe nehmen. Unter anderem soll hangseits ein mehrstöckiges Gebäude gebaut werden können. Dessen oberstes Geschoss wird bis auf die Höhe der Häuser im Gebiet Zelgmattstrasse reichen.

«In diesem Gebäude soll ein öffentlicher Lift vom Ankegässli zum Bahnhofplatz eingebaut wird», sagte Greber. Für Anpassungen am Zonenplan genehmigte die Versammlung einen Nachtragskredit von 130000 Franken. Es war eine ruhige Versammlung, allen Anträgen des Gemeinderates wurde zugestimmt. Auch unter Verschiedenem meldete sich niemand mehr.

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