Baden
Schulhausplatz Baden: Geplante Ladenflächen sind umstritten

Stadt Baden will in der Passage des Schulhausplatzes weitere Gewerbeflächen schaffen. Nach bewilligter Gesamtfläche von 360 Quadratmetern sollen noch 134 Quadratmeter dazukommen. FDP und Team haben Bedenken.

Pirmin Kramer
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So sehen die Pläne aus für die unterirdische Passage beim Schulhausplatz. ZVG

So sehen die Pläne aus für die unterirdische Passage beim Schulhausplatz. ZVG

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Nächsten Sommer starten die Bauarbeiten für die Neugestaltung des Schulhausplatzes, eines Schlüsselprojekts für die ganze Region, wie Regierungsrat Stephan Attiger kürzlich sagte. Nur noch einige Details müssen geklärt werden, diese aber sorgen für Diskussionen – zum Beispiel die Frage, wie viele Ladenflächen in der Fussgänger- und Velopassage entstehen sollen.

Bereits bewilligt hat der Einwohnerrat 2011 eine Gesamtfläche von 360 Quadratmetern, die vier Geschäften Platz bietet. Nächste Woche stimmt das Stadtparlament über einen Zusatzkredit von 1,25 Millionen Franken ab, mit dem zusätzliche 134 Quadratmeter Gewerbeflächen geschaffen werden könnten.

Der Ladenmix in der Fussgänger- und Velopassage könnte dadurch mit vertretbarem Aufwand verbessert werden, begründet der Stadtrat seinen Antrag.

Weiteres Argument für die Ladenfläche: «Die Passage soll für eine gute Sozialkontrolle auch in den Tagesrandzeiten möglichst gut belebt sein. Es ist anzustreben, dass mindestens ein Laden ab dem frühen Morgen bis zu abendlichen Zeiten geöffnet ist.»

Beim Entscheid, Ladenflächen in der Passage zu schaffen, habe nie der reine Renditegedanke im Vordergrund gestanden, schreibt der Stadtrat weiter, sondern eine Belebung des Standorts. Die Durchgangsbreiten und damit die Platzverhältnisse seien sehr grosszügig: «Die geringste Durchgangsbreite mit der zusätzlichen Ladeninsel beträgt rund neun Meter. Dies entspricht fast der doppelten Durchgangsbreite des Stadtturms.»

Olivier Funk vom Team Baden hatte letztes Jahr kritisiert, der Ladenmix in der Innenstadt sei zu wenig durchmischt, immer mehr würden anonyme, grosse Ladenketten das Ruder übernehmen.

Obschon unter dem Schulhausplatz nun dank der neuen Ladenflächen eine bessere Durchmischung angestrebt wird, äussert sich das Team kritisch zur Vorlage.

«Den Ladenmix in Ehren: Hier besteht ein Konflikt zwischen dem Wunsch, eine Unterführung zu beleben, und der Notwendigkeit, den Verkehrsströmen genügend freie Fläche bereitzustellen. Werden diese Lokale gebaut, reduziert sich die effektiv nutzbare Breite der Unterführung auf rund sieben Meter – vergleichbar mit dem Durchgang unter dem Stadtturm», schreibt das Team.

Eine Mehrheit der Partei-Vertreter gewichte freie Fläche zur Abwicklung der gemischten Verkehrsströme höher und lehne die Vorlage deshalb ab. Eine Realisierung zu späterem Zeitpunkt soll aber möglich bleiben, daher wird ein Antrag für den Einbau der erforderlichen Infrastruktur gestellt.

FDP: «Viele offene Fragen»

Auch die Badener FDP hat bereits Stellung zur bevorstehenden Abstimmung genommen – und Bedenken geäussert. «Zu viele Fragen sind noch offen, um in Zeiten, in denen wir sparen müssen, über eine Million Franken zu investieren», schreibt die FDP.

Zuvorderst stehe die Frage nach der Trennung von Veloverkehr und den Fussgängern. Leider sei aus den Plänen nicht ersichtlich, wie dies geschehen soll.

Einwohnerrat Mark Füllemann erklärt: «Fakt ist, dass die Ladenflächen sehr klein wären. Wir befürchten, dass die Stadt die Betreiber subventionieren müsste. Und wir zweifeln daran, ob sich die soziale Kontrolle tatsächlich verbessern würde.»

Die FDP möchte, dass nur elektrische Anschlüsse in den Boden eingebaut, hingegen keine zusätzlichen Mini-Ladenflächen realisiert werden. «Damit würde den bereits geplanten Läden eine externe Expansion ermöglicht, wenn dies einmal attraktiv sein sollte», so Füllemann.