Stadt und Region Baden stehen vor einem Jahrhundert-Verkehrsprojekt. Dieses legt der Stadtrat nun dem Einwohnerrat vor. Es soll die Verkehrssituation im Zentrum verbessern. Im November kommt die Vorlage vor das Stimmvolk. Die Kosten belaufen sich gemäss Kanton auf 94,7 Mio. Franken, 47,342 Mio. fallen auf die Stadt Baden. Die Sanierung ohne Neugestaltung würde Baden rund 20 Mio. Franken kosten. «Für diesen Betrag erhalten wir mit dem vorliegenden Projekt einen stolzen Mehrwert», sagt Stadtammann Stephan Attiger.

Es sind auch Kompromisse nötig

Hauptprofiteure des Projekts sind der öffentliche Verkehr und all jene, die ihn benutzen. «Wir haben praktisch ein U-Bahn-System: alle 7,5 Minuten ein Bus, der, wie das Postauto künftig ohne Zeiteinbusse stadtauswärts fahren kann», sagt Attiger. Doch auch der motorisierte Individualverkehr darf damit rechnen, dass er von der Peripherie flüssiger ins Zentrum gelangen kann. Entfallen die Staus in der Innenstadt, so dürften sich auch die Wartezeiten bei den Pförtnern reduzieren.

Die Velofahrer werden dem Velotunnel nach Wettingen nachtrauern. Martin Koch, Leiter Tiefbau und Projektleiter bei der Stadt, ist sich dessen bewusst, weist aber darauf hin, dass auf der Verkehrsebene die Sicherheit für die Velofahrer verbessert werde. Ausserdem könne dieser ebenso gut durch die dannzumal praktisch busbefreite Weite Gasse fahren.

Die Fussgänger (und der vorsichtige Velofahrer) werden zwar in den Untergrund verbannt. «Doch die Verbindungen sind erheblich besser, weil man den Schulhausplatz neu in alle Richtungen unterqueren kann», fügt Koch an. Für 3,5 Mio. Franken wird die Stadt rund 400 m² Ladenräume herrichten. «Wir legen bei der Vermietung den Fokus nicht auf die Rendite, sondern auf möglichst lange Öffnungszeiten», sagt Attiger. Damit wolle man die soziale Kontrolle und die Sicherheit verbessern.

70% weniger Leistung während Bau

Am Projekt würden nur noch Details geändert, so Attiger. Fünf Jahre lang wurde geplant, diskutiert und wieder geplant. In diesem partizipativen Prozess wirkten Begleitkommissionen, Quartiervereine und Parteien und die Öffentlichkeit mit.

Interview mit Stadtammann Stephan Attiger zum Schulhausplatz Baden

Interview mit Stadtammann Stephan Attiger

Hat das Projekt die politischen Hürden genommen, erfolgt Anfang 2014 der Baustart. Vorher werden der Stauraum beim Badener Tor und der Brückenkopf Ost angepasst. Bis Vollendung Ende 2017 werde die Leistung des Schulhausplatzes 70% kleiner sein, kündigt Koch an. Zurzeit brütet man darüber, wie diese Zeit verkehrstechnisch gemeistert werden soll.