Baden
Schulhausplatz: Der Mammutbaum ist gefällt

Am frühen Montagmorgen haben Pius Moser und Basil Probst vom Stadtforstamt Baden den Mammutbaum am Schulhausplatz gefällt. Doch umgefallen ist der 25-Meter-Riese keineswegs.

Sabina Galbiati (Text und Fotos)
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Bereits um 7.30 Uhr am Montagmorgen machten Pius Moser und Basil Probst vom Stadtforstamt, die Motorsägen und Seile bereit, um den Mammutbaum am Schulhausplatz zu fällen. Der Baum muss dem neuen Schulhausplatz weichen.

Wenige Minuten später kletterte Moser mithilfe des Seils, das er um den Baum festzog und mit speziellen Steigeisen an den Schuhen den Baum Meter um Meter nach oben und schnitt mit der Motorsäge die Äste einzeln ab.

Pius Graf vom Stadtforstamt klettert Meter für Meter den Baum hoch und schneidet dabei die Äste.
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Das Geäst türmt sich dabei rund um den Baumstamm am Boden.
Stefan Benninger, Initiant des Projekts Stadtbaum, rettet einige Tannzapfen, die er im Wald pflanzen will.
Vor der Znünipause wird noch die Säge geschärft.
Der Mammut-Garten gehört nun definitiv zur Vergangenheit.
Und dann war nur noch die Spitze übrig.
Bis Pius Moser in gut 20 Metern Höhe die Spitze durchsägte.
Mit dem Kranen werden die Äste weggeräumt.
Stück für Stück arbeitet sich Pius Moser wieder nach unten.
Rund um den Boden wird der Stamm freigelegt, um ihn knapp über dem Boden ein letztes Mal durchzusägen.
Bis die Spitze fällt: Der Badener Mammutbaum verliert Stück für Stück sein Leben.

Pius Graf vom Stadtforstamt klettert Meter für Meter den Baum hoch und schneidet dabei die Äste.

AZ

Dass er diese gefährliche Arbeit nicht zum ersten Mal macht, war spätestens klar, als er sich in 10 Metern Höhe befand. Geschickt und scheinbar ohne Anstrengung gewann Moser an Höhe, während der Mammutbaum immer kahler wurde. Schon nach einer Stunde war der 25-Meter-Riese bis auf die Spitze nackt und für die Forstamt-Mitarbeiter stand die Znünipause auf dem Programm.

«Zwischenfälle hat es bisher nie gegeben, wenn ich einen Baum auf diese Art gefällt habe», sagt Moser. Stehen Bäume, die er fällen muss, zwischen Häusern, dann ist es die bewährte Methode, von unten nach oben die Äste abzuschneiden und von oben nach unten den Stamm Stück für Stück zu kürzen. «Man rutscht vielleicht mal einen Meter ins Seil ab, aber mehr passiert nicht», sagt Moser.

«Heute sind die Wetterbedingungen zum Fällen ideal», sagt Moser. Regen hätte die Äste schwer gemacht und Wind sei in diesen Höhen alles andere als angenehm. Doch an diesem Morgen ist der Himmel bedeckt und so wird es in der Schutzkleidung auch nicht zu heiss.

Nach der Pause fuhr Werkhofmitarbeiter Stephan Härri den Hebekran-Lastwagen vor und räumte die Äste auf den Lastwagen. Um 10.30 Uhr war es so weit: Pius Moser sägte die Spitze des Baumes ab. Dann arbeitete er sich wieder abwärts und kürzte dabei den Baumstamm jeweils um einige Meter.

Mammutbaum wird zum «Stadtbaum»

Vor Ort waren auch die Initianten des Projekts «Stadtbaum», Stefan Benninger und Stephan Müller. Die beiden Design-affinen Männer werden aus dem Holz des Mammutbaums Erinnerungsstücke schreinern lassen. Denn auch wenn der «Sequoia Gigantea» erst gegen 40 Jahre alt ist, und damit noch zu den Teenagern unter den Mammutbäumen gehört, ist er doch vielen Badenern ans Herz gewachsen.

Was es genau geben wird, hängt von der Holzqualität ab und von der Grösse der Stücke. Vom Schlüsselanhänger bis zum Tisch ist alles vorstellbar.

Das Holz soll dabei möglichst natürlich ohne Lacke oder Veredelungen bleiben. Jedes Stück wird die Koordinaten des ehemaligen Standorts eingraviert bekommen: «47.47134 °N – 8.30600 °E».

Von der «Stadtbaum»-Idee ist auch Pius Moser angetan. Während er den Stamm in Stücke sägte, hielt er beständig Rücksprache mit Stefan Benninger, der noch Längenwünsche für die einzelnen Stamm-Abschnitte hinaufrufen konnte.

Bis die Erinnerungsstücke zu kaufen sein werden, dauert es allerdings noch einige Monate. Unterdessen lässt sich das Projekt auf Facebook unter «Stadtbaumbaden» weiterverfolgen.

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