Baden

Schulhausplatz: Der Verkehr rollt wieder auf der Kreuzung – aber wie flüssig?

Acht Fragen und Antworten zur Badener Kreuzung, auf der die wichtigsten Bauarbeiten abgeschlossen sind.

1. Gelangt man mit dem Auto nun schneller über die Kreuzung als früher?

Marcel Voser: Tendenziell ja. Vom Hochhaus Linde her führen nun zwei Spuren über den Schulhausplatz und durch den Schlossbergtunnel und nicht mehr nur eine wie früher. Die Kapazität stadteinwärts wird so in einer kürzeren Grünphase durchgeführt. Das ermöglicht auf den anderen Achsen kürzere Rotphasen, der Verkehr wird dadurch flüssiger. Aber die Kapazitäten des Schulhausplatzes sind nicht unbegrenzt, das ist klar.

2. Gelangt man mit dem Bus nun schneller über die Kreuzung als früher?

Definitiv, ja. Vor allem stadtauswärts, weil es neu einen unterirdischen Bustunnel gibt, den ersten in Europa übrigens. Auch stadteinwärts wird man mit dem Bus schneller gelangen als früher, auf der Mellingerstrasse führt vom Lindenplatz her nun eine neue Busspur zum Schulhausplatz. Und die Busse werden mit einer eigenen Lichtsignalanlage gegenüber den Autos priorisiert.

3. Was gibt es bis zur offiziellen Eröffnung noch zu tun?

Auf der Verkehrsfläche wird sich nichts mehr ändern, dort sind die Bauarbeiten abgeschlossen. In der unterirdischen Cordulapassage folgen nun noch Gestaltungs- und Detailarbeiten.

Erste Fahrt über den Schulhausplatz

Erste Fahrt über den Schulhausplatz (23. April)

4. Kann der Kredit eingehalten werden?

Ja, die Sanierung kostet rund 100 Millionen Franken. Böse Überraschungen bei der Abrechnung wird es keine geben.

5. Werden Fussgänger und Velofahrer in der Cordulapassage aneinander vorbeikommen?

Warum nicht? In Zürich und Basel kommen Fussgänger, Velofahrer und sogar Trams auf teilweise engem Raum aneinander vorbei. Es wird darum gehen, Rücksicht aufeinander zu nehmen, wie überall im Strassenverkehr. Grundsätzlich handelt es sich bei der Cordulapassage um eine Fussgängerzone, wobei Velos erlaubt sind.

6. Die Mosaikwand in der Cordulapassage trifft nicht jeden Geschmack. Warum diese Wahl?

Wir mussten in erster Linie eine Wandverdichtung auswählen, die öffentlichkeitstauglich ist, also robust und einfach zu reinigen. Hierzu haben wir uns für Glasmosaik entschieden. Die Farbe trifft vielleicht nicht jeden Geschmack. Rot wäre zu aggressiv. Grün erinnert an die Natur und gefällt mir ganz gut.

7. Die Treppenstufen zur Cordulapassage bei der Zürcherstrasse sind schräg und langgezogen, was Menschen Mühe bereitet, die nicht gut zu Fuss sind. Warum keine waagerechten Stufen?

Damit das Regenwasser nach unten abfliessen kann und nicht auf den Stufen liegen bleibt oder im Winter gar gefriert. Hätten wir kleinere Tritte gemacht, wären diese höher geworden und sehr ungewohnt. Man hätte sozusagen den Tritt nicht richtig gefunden.

8. Der Schulhausplatz wurde nun zum wiederholten Mal saniert. Wann erfolgt der nächste Spatenstich?

Schwierig abzuschätzen, sicher nach meiner Pensionierung. Grundsätzlich haben wir die Kreuzung für die nächsten hundert Jahre umgebaut. Aber niemand weiss, wie die Mobilität der Zukunft aussehen wird. Vielleicht gewinnen selbstfahrende Autos an Bedeutung, vielleicht aber verlieren die Autos auch an Stellenwert, und Seilbahnen oder Magnetbahnen lösen die Engpässe in den Innenstädten.

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