Baden

Schulhausplatz: Kanton machte Einsprechern «erste Zusicherungen»

Eine Visualisierung der Badener Schulhausplatz-Kreuzung: Die blaue Fläche zeigt die unterirdische Passage für Fussgänger und Velofahrer, die mit Läden angereichert wird.

Eine Visualisierung der Badener Schulhausplatz-Kreuzung: Die blaue Fläche zeigt die unterirdische Passage für Fussgänger und Velofahrer, die mit Läden angereichert wird.

Die «IG Lärmschutz Chrüzliberg» hat ihre Beschwerde gegen das Badener Schulhausplatz-Projekt zwar zurückgezogen, hofft aber dennoch, ihre Ziele durchsetzen zu können.

Die Neugestaltung des Badener Schulhausplatzes kann ab Juli in Angriff genommen werden: Die letzte vor Verwaltungsgericht noch hängige Beschwerde ist zurückgezogen worden, wie das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) gestern Donnerstag mitteilte.

Voraussichtlich bis Sommer 2017 wird der Verkehrsknoten, den täglich 46'000 Fahrzeuge passieren, für 100 Millionen Franken umgebaut. Vorgesehen sind unter anderem eine Neuordnung der Verkehrsspuren sowie ein Bustunnel, der vom Bahnhof Baden her unter dem Schulhausplatz hindurch in Richtung Wettingen führt.

Vor gut einem Monat hatte das kantonale Baudepartement noch mitgeteilt, ein Ende der Bauarbeiten zu Beginn der Badenfahrt im Sommer 2017 werde «voraussichtlich nicht mehr möglich sein». Denn eine der achtzehn eingereichten Einwendungen gegen das Jahrhundertprojekt sei ans Verwaltungsgericht weiterzogen worden.

Nun können die Arbeiten also doch noch planmässig Anfang Juli starten. Was hat die «IG Lärmschutz Chrüzliberg» (IGLS) dazu bewogen, ihre Beschwerde zurückzuziehen?

«Unter anderem, dass wirklich viele Beteiligte darauf warten, endlich loslegen zu können, zum Beispiel auch Baufirmen, die den Schulhausplatz schon fest in ihre Arbeitsplanung aufgenommen hatten», erklärt IGLS-Präsident Daniel Wind. «Unsere Ziele verfolgen wir aber nach wie vor, wir hoffen, sie nun im Dialog statt auf dem langwierigen rechtlichen Weg durchsetzen zu können.»

Es gehe der Interessengemeinschaft nicht um eine Grundsatzopposition, sondern um zwei konkrete Punkte: Erstens wird eine bessere Veloverbindung zum Chrüzliberg-Quartier gewünscht. Und zweitens werden Lärmschutzmassnahmen entlang der Neuenhoferstrasse verlangt, die den Schulhausplatz mit der Autobahnauffahrt verbindet.

Innerhalb der nächsten zwei Wochen findet eine erneute Begehung mit den Verantwortlichen des Kantons statt, und die IGLS hofft, dass ihren Anliegen Gehör geschenkt wird. «Wir sind uns bewusst, dass wir mit dem Rückzug der Beschwerde das wichtigste Instrument zur Durchsetzung unserer Interessen aus der Hand gegeben haben», sagt Wind.

Innerhalb der IGLS gebe es denn auch kritische Stimmen, die befürchten, die erneute Anhörung werde zu einer blossen Pro-forma-Veranstaltung ohne Wirkung. Die Mehrheit hoffe aber, dass sich der Kanton nun ebenfalls kooperativ zeige.

«Die Hoffnungen der Interessengruppe, dass sich nun auch der Kanton kooperativ zeigt, sind berechtigt. Erste Zusicherungen konnten wir bereits machen», sagt Kantonsingenieur Rolf H. Meier, ohne Details zum Inhalt der Zusicherungen zu verraten. Nur so viel: Zusätzliche Kosten seien wegen der Zusicherungen keine zu erwarten.

«Gute Nachricht für ganze Stadt»

An den Gesprächen teilgenommen hat für die Stadt Baden Vizeammann und Bauvorsteher Markus Schneider (CVP). «Ich bin extrem erleichtert», sagt er. «Dass mit dem Bau im Juli begonnen werden kann, ist eine gute Nachricht für die ganze Stadt, insbesondere für die Gewerbetreibenden, Anwohner und die Verkehrsbetriebe, welche sich schon auf den Baubeginn eingestellt haben, aber auch im Hinblick auf die Badenfahrt 2017.»

Schneider spricht im Zusammenhang mit dem Rückzug der Beschwerde von einem Verhandlungserfolg. «Es hat sich gezeigt, dass es sich oftmals lohnt, sich mit allen Parteien an einen Tisch zu setzen und Lösungen zu suchen. So sind Erfolge eher möglich, als wenn man sich nur schriftlich austauscht.»

Begonnen wird in rund acht Wochen mit Baustelleninstallationen beim Schulhausplatz sowie Arbeiten beim Schlossbergtunnel. Während der gesamten Bauzeit wird es rund um die «Piazza Insalata», wie der Schulhausplatz auch genannt wird, zu Einschränkungen für Verkehrsteilnehmer kommen.

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