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Schulhausplatz: Kommt der Bustunnel doch nicht bis Ende Jahr in Betrieb?

Neuer Passagierrekord: Die RVBW verzeichnen ein erfreuliches 2017 – und blicken auf die Endphase der Schulhausplatz-Sanierung.

Martin Rupf
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Das ist die Ausfahrt des Bustunnels (August 2017).

Das ist die Ausfahrt des Bustunnels (August 2017).

SEVERIN BIGLER

Die Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen (RVBW) blicken auf ein erfreuliches 2017 zurück: Die 14,1 Millionen beförderten Fahrgäste bedeuten einen Rekordwert und entsprechen einem Plus von 5,4 Prozent. Zurückzuführen ist diese Zunahme nicht zuletzt auf die Badenfahrt. Während des zehntägigen Fests transportierten die RVBW rund 400'000 Passagiere.

«Dank des guten Wetters hat die Badenfahrt all unsere Erwartungen übertroffen», sagt RVBW-Direktor Stefan Kalt. Doch nicht nur die Einnahmen seien mehr als erfreulich ausgefallen. «Es hat während des Fests alles sehr gut funktioniert. Wir konnten uns von unserer besten Seite präsentieren.»

Insgesamt haben die 66 RVBW-Busse letztes Jahr 4,2 Mio. Kilometer zurückgelegt – also zusammen 100-mal die Erde umrundet. Am meisten Passagiere wurden auf der Linie 1 (2,5 Mio.) und Linie 2 (2,4 Mio.) befördert. Die grösste Frequenzsteigerung verzeichnete die Linie 9, auf der rund ein Viertel mehr Passagiere verkehrten als 2016.

«Ein grosses Thema ist die Elektrifizierung unserer Flotte. Zusammen mit der ABB wollen wir hier etwas ins Rollen bringen.» Stefan Kalt, Direktor Regionale Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen (RVBW)

«Ein grosses Thema ist die Elektrifizierung unserer Flotte. Zusammen mit der ABB wollen wir hier etwas ins Rollen bringen.» Stefan Kalt, Direktor Regionale Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen (RVBW)

Rolf Jenni Fotograf

Doch nicht nur die Zahlen sind für Stefan Kalt Anlass zur Freude. Die RVBW haben für die nächsten zehn Jahre die Konzession erhalten. «Um diese zu behalten, müssen wir hohe Ziel- und Leistungsvereinbarungen einhalten», sagt Kalt. Grundlage bildet dabei auch die extern durchgeführte Kundenzufriedenheitsumfrage, die auch letztes Jahr wieder sehr positiv ausgefallen ist.

Linie 1 vorerst nicht bis Brugg

Können die RVBW mit der erneuerten Konzession nun also zurücklehnen? «Absolut nicht», so Kalt. So stünde insbesondere die Flottenerneuerung an. «Dabei spielt sicher auch das Thema Elektrifizierung eine Rolle. Zusammen mit der ABB wollen wir hier in der Region etwas ins Rollen bringen», verrät Kalt. Zudem wolle man beim Thema Digitalisierung am Ball bleiben. «Die letztes Jahr lancierte Mobile-Ticketing-App Fairtiq kommt sehr gut an und wird gut genutzt.» Auch in den eigenen Ticket-Web-Shop würden die RVBW weiter investieren.

Und was bringt der neue Fahrplan im Dezember dieses Jahres? «Eigentlich wollten wir die Linie 1 von Gebenstorf nach Brugg verlängern. Doch aufgrund des Spardrucks beim Kanton ist dieses Vorhaben vorläufig verschoben worden», sagt Kalt. Diskutiert werde hingegen, dass bei der Linie 5 von Ennetbaden auf die Baldegg der Takt durchgehend von einer halben Stunde auf eine Viertelstunde verdichtet werden soll.

Ob mit dem Fahrplanwechsel die Linien 1, 3, 4, 7 und 9 wie geplant durch den neuen Bustunnel geführt werden können, stehe noch nicht definitiv fest, so Kalt. «Der Tunnel selbst ist dann zwar fertig. Doch auch die Haltstelle beim Cachet-Haus muss bis dann bereit sein, was derzeit noch fraglich ist.»

Geht es nach den Vorstellungen Kalts, soll die Linie 5 nicht durch den Tunnel, sondern als einzige Linie weiterhin durch die Weite Gasse verkehren. Zwar hat der Stadtrat entschieden, dass die Weite Gasse komplett verkehrsfrei sein soll. «Ich wünschte mir wenigstens eine einjährige Testphase und denke dabei in erster Linie an die vielen Schüler, die wir mit dem 5er Richtung Baldegg transportieren», sagt Kalt. Zudem sei es ab 20 Uhr unmöglich, mit dem Bus durch die Blinddarm-Unterführung zu fahren, da diese wegen der Lokale dann stark bevölkert sei.

Ein weiteres Politikum ist die Busrampe, die für Velofahrer geöffnet werden soll (ein entsprechender Vorstoss wurde im Einwohnerrat letzten Oktober überwiesen). «Ich halte von diesem Vorhaben absolut gar nichts, da dies viel zu gefährlich ist», hält Kalt fest. Zudem sei eine Öffnung kaum mehr nötig, da man künftig über den neuen Schulhausplatz mit dem Velo problemlos und schnell in die Innenstadt respektive zum Bahnhof gelange.

Weite Gasse: Weniger Schäden als erwartet

Geht es nach dem Willen des Badener Stadtrats, soll die Weite Gasse nach der Eröffnung des Schulhausplatzes im Sommer verkehrsfrei werden (siehe Haupttext). Heute verkehren täglich rund 400 Busse durch die Weite Gasse. Nebst den RVBW-Bussen sind es während der Sanierung des Schulhausplatzes auch einige Postauto-Linien.

2013 wurde die Weite Gasse saniert. Für die Sanierung sprach der Einwohnerrat Anfang 2012 einen Kredit von 4,5 Millionen Franken gut. Zudem wurden 200'000 Franken für allfällige Schäden – verursacht durch die vielen Busfahrten – am neuen Guberstein-Belag zurückgestellt. Die grossflächigen Gubersteinplatten (35 mal 62 Zentimeter) kamen als Ersatz für den früheren Asphaltbelag zum Einsatz. Mit der Sanierung der Weiten Gasse konnte nicht bis nach der Eröffnung des neuen Schulhausplatzes zugewartet werden, da die verschiedenen Leitungen in der Weiten Gasse dringend saniert werden mussten.

Auf die Frage, ob es die 200'000 Franken für Reparaturen braucht, antwortet René Zolliker von der Abteilung Planung und Bau: «Beziffern können wir das noch nicht und wir müssen das sicher noch genau kontrollieren. Doch es sieht ganz danach aus, dass der Belag viel weniger Schaden genommen hat, als wir erwarten mussten.»

Nebst den Gubersteinplatten wurden rund 130'000 Pflastersteine gesetzt. Eröffnet wurde die sanierte Weite Gasse Ende August 2013. Die Neugestaltung basierte auf dem Konzept des Badener Büros Schoop Architekten und von Appert & Zwahlen Landschaftsarchitekten aus Cham. (mru)

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