Baden
Schulhausplatz: Wurden die Ziele erreicht? Kanton führt Messungen durch

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Der Badener Schulhausplatz ist die meistbefahrene Kreuzung im Kanton. Alex Spichale

Der Badener Schulhausplatz ist die meistbefahrene Kreuzung im Kanton. Alex Spichale

Alex Spichale

Im Rahmen des Gesamtprojekts «Baden Zentrum» wurde neben weiteren Teilprojekten im Sommer 2018 das Bauvorhaben «Schulhausplatz Baden» abgeschlossen, zudem ist das Verkehrsmanagement Baden-Wettingen mehrheitlich umgesetzt. Doch werden die Projektziele erreicht?

Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) lässt ab Samstag, 4. Mai 2019, mehrere Wochen lang entsprechende Erhebungen und Messungen durchführen. Die Neugestaltung des Schulhausplatzes war eines von mehreren Teilprojekten des übergeordneten Projekts «Baden Zentrum». Zudem hat das Verkehrsmanagement Baden-Wettingen – unter anderem mit der Stauraumerweiterung am Dättwiler Weiher – in den letzten Jahren kontinuierlich den Betrieb aufgenommen und ist mehrheitlich umgesetzt, wie das BVU mitteilt.

Impressionen von der Einweihung der neu eröffneten Schulhausplatz-Kreuzung:

Regierungsrat Stephan Attiger (Mitte) und Badens Stadtammann Markus Schneider (rechts) geben sich als Verkehrspolizisten alle Mühe.
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Die Musikgesellschaft Badenia spielte auf.
Stadtpfarrer Stübi begrüsst zur interreligiösen Feier.
Es folgen weitere Eindrücke vom Einweihungsfest.
Wettingens Ammann Roland Kuster mit Neuenhofs Frau Ammann Susanne Voser und Fabian Engel (links), Vizekommandant der Badener Feuerwehr.
Attiger bei seiner Festrede.
Schneider spricht zum Publikum.

Regierungsrat Stephan Attiger (Mitte) und Badens Stadtammann Markus Schneider (rechts) geben sich als Verkehrspolizisten alle Mühe.

Alex Spichale

In den Jahren 2012 und 2013 hat das BVU umfangreiche Vorher-Erhebungen zu allen Teilprojekten von «Baden Zentrum» durchgeführt. Nun werden für das Teilprojekt «Schulhausplatz Baden» Nachher-Erhebungen durchgeführt. Damit soll untersucht werden, ob die Ziele des Projekts erreicht werden bzw. ob die umgesetzten Massnahmen die erwünschte Wirkung erzielen. Für das Teilprojekt «Schulhausplatz Baden» wurden eine Reihe von Zielen festgelegt:

  • Schaffung von sicheren und attraktiven Wegen für Fussgänger und Velofahrer;
  • Optimierungen für den öffentlichen Verkehr (öV) und Priorisierung des öV auf allen Achsen;
  • Aufwertung des Stadtraumes (insbesondere grosszügiger Cordulaplatz und Weite Gasse);
  • Optimierungen für den motorisierten Individualverkehr (MIV), Verflüssigung des Verkehrs und Reduktion der Stauzeiten.
  • Die Nachher-Erhebungen beinhalten verschiedene Mass-nahmen:
  • Erhebung von Fussgängermengen und Anzahl Velofahrende an diversen Stellen ober- und unterirdisch am Schulhausplatz;
  • Auswertung von MIV-Reisezeiten via (anonymisierte) Daten aus Auto-Navigationsgeräten;
  • Erhebung Fahrgastzahlen im öV;
  • Interviews mit Fussgängerinnen und Fussgängern sowie Velofahrenden bezüglich Aufwertung des Stadtraumes und zum Sicherheitsempfinden (unter anderem Mischverkehr Fuss-/Veloverkehr) in der Cordulapassage;
  • Erhebung der Schwerverkehrsmenge auf der Mellingerstrasse;
  • Auswertung der Unfallstatistik über mehrere Jahre für den untersuchten Perimeter.

Historische Bilder vom Badener Schulhausplatz:

Badener Schulhausplatz: Historische Bilder
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Verkehr anno 1961: Im Hintergrund sieht man die alte Cordulapost mit dem Bild des abgebrochenen Mellingerturms. Rechts daneben der legendäre Lebensmittelladen Moneta. Die beiden Häuser wurden 1984 durch die neue «Porta Moneta» ersetzt.
Mit dem Velo über Mittag nach Hause: BBC-Mitarbeiter an der Barriere. Die Velokolonnen stauten sich manchmal von der Badstrasse durch die ganze Altstadt bis zur Barriere am Schulhausplatz.
So sah es am Platz im Juli 1814 aus. Der Abbruch des «Mellingerturms», des Oberen Tors am Cordulaplatz (damals hiess er noch Paradiesplatz), wurde 1874 wie ein Fest gefeiert. Der Durchbruch sollte Luft und Licht in die Altstadtgassen bringen.
Der Bahnwärter hat ausgedient: Im September 1961 wurde die «Bahnverlegung» vollzogen, zumindest von der Eisenbahn war der Schulhausplatz befreit. Sie fuhr ab dann durch den grossen Bahntunnel.
Verstopfte Weite Gasse im Jahr 1960 mit Velo- und Buskolonnen. Das abgebrannte Restaurant Glas erlaubt die Datierung. Am oberen Bildrand das Schulhaus, das dem Platz seinen Namen gab.
Ein letztes Mal fällt die Falkenbarriere: Die Bahn brachte Wohlstand und Arbeitsplätze nach Baden. Aber auch viele Stunden mühsamen Wartens. Die Erleichterung war deshalb gross, als von 1957 bis 1965 der «neue» Schulhausplatz gebaut wurde.
Der Tunnelbogen des alten Bahntunnels steht noch, der Strassentunnel durch den Schlossberg ist schon betoniert. Der Ennetbadener Fotograf Werner Nefflen kam 1962 gerade noch rechtzeitig, um diesen denkwürdigen Augenblick festzuhalten. Rechts montiert ein Arbeiter die Sprengladung.
Als es in der Altstadt noch Handwerker gab: Der Sattler Mühlebach hatte seine Werkstatt in der Weiten Gasse und arbeitete gerne draussen. Hier zusammen mit den Pferden der Brauerei Müller am Schulhausplatz.
Das Brauerei-Gasthaus Falken gab der Barriere ihren Namen. Das Hotel musste schon 1957 weichen. Die 1850 erbaute Brauerei wurde erst 2004 durch den Neubau ersetzt, in dem sich heute das Bezirksgericht befindet.
So sah es vor der Bahnverlegung aus: Durch den engen Schlossbergtunnel fuhr seit 1847 die Spanischbrötlibahn nach Zürich. Die Häuser vor dem Cordulaplatz wurden beim Bau des Strassentunnels abgerissen.

Badener Schulhausplatz: Historische Bilder

Sammlung Sepp Schmid

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