Künftig hätte in Stetten ein Oberstufenzentrum und in Künten ein Mittelstufenzentrum geführt werden sollen. Dies als Folge des Wechsels auf sechs Jahre Primarschule. Dass die Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klasse in Künten unterrichtet werden sollen, stiess in Stetten aber auf heftigen Widerstand (wir berichteten).

An der Gemeindeversammlung vom 19. Juni wurde der Schulvertrag zwischen den Gemeinden Künten und Stetten nach einer langen Diskussion mit 86 zu 66 Stimmen abgelehnt. Anders verlief es an der Sommergmeind in Künten – der Schulvertrag wurde einstimmig gutgeheissen (wir berichteten).

Dagegen wurden die Satzungsänderungen für den Schulverband Reusstal Süd (Künten, Fischbach-Göslikon, Niederwil, Stetten) vom Gemeinderat Stetten und Künten zurückgezogen.

Am Dienstag gestartet

Jetzt haben die Stetter Thomas Meli, Ueli Müller, Markus Schoissnig, Marina Fischer und Josef Stöckli das Referendum ergriffen. Damit kommen sie auch den vom Gemeinderat Künten an der Sommergmeind geäusserten Erwartungen nach.

«Gemeinsam mit anderen Engagierten werden 300 Unterschriften gesammelt, damit die Abstimmung schriftlich an der Urne wiederholt werden kann», steht in der Medienmitteilung des Referendumskomitees.

«Wir haben am Dienstag mit dem Unterschriftensammeln angefangen», bestätigt Josef Stöckli. Wie viele Unterschriften bereits zusammengekommen seien, darüber könne er noch keine Auskunft geben.

Der Vertrag – ein Kompromiss

«Der vorgeschlagene Gemeindevertrag ist ganz klar ein Kompromiss», ist in der Medienmitteilung zu lesen. Trotzdem seien viele davon überzeugt, dass eine gemeinsame schulische Zukunft jene Autonomie ermögliche, die vielerorts schmerzlich vermisst werde.

«Die Ablehnung des Gemeindevertrags hätte erhebliche Folgen», mahnen die Initianten. «Kämen keine Oberstufenschüler mehr aus Künten, wäre Stetten nicht in der Lage, die gesetzlich geforderten Abteilungsgrössen zu führen.»

Die Initianten rechnen vor: «Die Auslagerung nach Mellingen kostet jährlich 180 000 Franken, was längerfristig eine Steuerfusserhöhung zur Folge hat.» Der Bau des neuen Oberstufenschulhauses in Stetten habe 4,5 Millionen Franken gekostet und sei ein klares Bekenntnis der Stetter Stimmberechtigten gewesen.

«Die Auslagerung wäre sowohl schulkulturell als auch für das ganze Dorf ein erheblicher Verlust», sind sich die Initianten einig. Auch der zwei Kilometer lange Radweg werde von den Schülerinnen und Schülern geschätzt, «weil sie hier viel Positives erleben dürfen».