In Otelfingen braucht man ihn nicht mehr gross vorzustellen. Auch wenn es schon fast ein Vierteljahrhundert her ist, ist vielen noch in Erinnerung, wie er 1995 zum Dorfjubiläum mit andern Musikerinnen und Musikern die CD «Chicago, London, Otelfingen» mit 14 Mundartsongs zum Thema Otelfingen herausgegeben hat. Die Rede ist von Dinu Logoz.

In Otelfingen leben Logoz und seine Frau seit bald vierzig Jahren: «Wir haben hier Wurzeln geschlagen.» Diese Aussage mag verwundern, gehört sein Herz doch einer durch und durch amerikanischen Musik, die einst aus dem Süden der USA via Chicago und dann in den sechziger Jahren über England auch in unsere Breitengrade vordrang – just zu einer Zeit, als Dinu Logoz ein Jugendlicher war. Ein braver Jugendlicher, der wie es sich gehörte Klavier spielte und vielleicht ein klassischer Pianist geworden wäre, hätte ihn damals nicht der Blues elektrisiert: Er liess das Klavier sausen, hängte sich eine Gitarre um und begann auf der Mundharmonika und nach den schwarzen amerikanischen Vorbildern Blues zu spielen.

Sein eigentliches Vorbild und eine Leitfigur für das ganze weitere Leben allerdings wurde ein weisser englischer Musiker: John Mayall. Dieser war schon nicht mehr ganz jung, als er in den sechziger Jahren in seiner Band The Bluesbreakers junge Musiker unter die Fittiche nahm, die später Weltstars wurden: Eric Clapton, Peter Green, Mick Fleetwood.

Eigenes Plattenlabel gegründet

Dinu Logoz selbst musizierte in der ersten Hälfte der 70er-Jahre bei Freeway 75, der ersten Schweizer Band, die eine Bluesplatte einspielte. Ins Profilager wechselte er zwar nie. Aber die Musik war neben seiner Arbeit als Lehrer und Schulleiter stets ein wichtiger Teil seines Lebens. Er stiess immer wieder Projekte an und gründete das Plattenlabel Blue Nose. Und ja, ihm verdankt die Blueswelt die erste John-Mayall-Biografie. Sie ist vor vier Jahren erschienen.

Noch immer steht der inzwischen im Rentneralter angekommene Musiker mit wechselnden Mitstreiterinnen und Mitstreitern auf der Bühne. Logoz’ jüngstes Projekt ist das Swiss-Blues-Legends-Project, in dem er Bluesmusikerinnen und Bluesmusiker verschiedener Generationen auf die Bühne bittet.

Jetzt ist Dinu Logoz vom Verein Blues Festival Basel mit dem Swiss Blues Award ausgezeichnet worden. Verliehen wird der Preis an Personen oder Institutionen, «die sich durch grosse Verdienste um den Blues in der Schweiz auszeichneten». Dinu Logoz hat ihn nach 50 Jahren Engagement für den Blues wahrlich verdient.