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Schweizer Cup: Baden verliert trotz Führung am Schluss gegen FC Zürich

In der 7. Minute ging der FC Baden im Schweizer Cup gegen den FC Zürich in Führung. Trotzdem reicht die Führung für den 1.-Liga-Club nicht fürs Weiterkommen in die Cup-Viertelfinals: Mit einem Doppelschlag sorgt der Super-Ligist für die Entscheidung.

François Schmid-Bechtel
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1. Ligist FC Baden verliert gegen den FC Zürich
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Der Zürcher Marco Schönbächler (r.) gegen den Badener Adijan Keranovic (l.).
Der Zürcher Marco Schönbächler (l.) gegen den Badener Goran Antic (r.).
Der Zürcher Alain Nef ist vor Badens Adijan Keranovic (hinten) am Ball.
Der Zürcher Stefan Glarner setzt sich gegen Badens Goran Antic (hinten) durch.
Der Zürcher Asmir Kajevic (ganz rechts) schiesst das 1:2 für den FC Zürich.
Der Zürcher Stefan Glarner jubelt nach seinem Tor zum 1:3 fuer den FC Zürich.
Der Zürcher Rikan Avraham (r.) gegen den Badener Dzelili Kujtim (l.).

1. Ligist FC Baden verliert gegen den FC Zürich

Keystone

Staunende Leute, teilweise sogar mit perplexem Ausdruck am Strassenrand. Schliesslich haben in der gepflegten Kleinstadt Baden laute Fussballfans Seltenheitswert. Zwei Stunden später ist das Staunen nicht verschwunden. Aber dieses Mal nicht wegen der Fans, sondern wegen der Leistung des FC Zürich. Keine Rhythmuswechsel, unsauberes Passspiel, ideenlose Angriffsbemühungen lautet das Fazit zur Pause.

«Foul, Foul», schreit Minuten zuvor der umtriebige Baden-Präsident Thomi Bräm, der während der Partie immer wieder zum Fotoapparat greift, um die Szenerie rund um das «Jahrhundertspiel» festzuhalten. Aber was ist passiert? Stürmer Goran Antic verliert im eigenen Strafraum den Ball an Mario Gavranovic – Marco Schönbächler trifft zum 1:1. Völlig daneben liegt Bräm mit seiner Forderung nicht. Die Intervention von Gavranovic gegen Antic hätte von Schiedsrichter Sébastien Pache als Foul taxiert werden können.

Baden verpasst Anschlusstreffer

Der FC Baden, derzeit Fünfter in der 1. Liga Classic, startet so, wie man sich das wohl erträumt hatte. Eine Freistossflanke von Ex-FCZler Luca Ladner verwertet Antic, U17-Europameister von 2002, in der 7. Minute zum 1:0. Gift für die Zürcher, die seit dem 29. September und dem glücklichen 1:0 gegen YB sieglos sind. Die Verunsicherung wird beinahe greifbar. Der FCZ hat zwar mehr Spielanteile, aber er kann kein Tempo machen, keinen Druck erzeugen und die junge Mannschaft von Trainer Sven Christ deshalb kaum einmal in Verlegenheit bringen.

Der Kaffee schmecke nicht, moniert zur Pause ein Matchbesucher. Dabei würde es sich um ein italienisches Premiumprodukt handeln. Zumindest wird dies so proklamiert. Aber vielleicht ist es mit dem Kaffee so wie mit dem FCZ – eine Mogelpackung.

Doch nach der Pause ist mehr FCZ drin. Das Spiel wird variabler und zuverlässiger. Asmir Kajevic (57.) trifft nach einer Flanke von Philippe Koch zum 2:1. Vier Minuten erzielt Mario Gavranovic, der von Ottmar Hitzfeld für das Länderspiel in Südkorea nominiert worden ist, zum 3:1.

«Es ist unverständlich, dass wir nach dem 3:1 das Spieldiktat wieder aus den Händen gegeben haben», monierte FCZ-Trainer Urs Meier. Sein Antipode indes bedauerte, «dass meine Mannschaft erst nach dem 1:3 begonnen hat Fussball zu spielen». Doch die Chancen, die Partie nochmals spannend zu machen, bleiben ungenutzt. Der eingewechselte Roman Herger verpasst knapp eine Flanke von Miguel Peralta. Und Antic trifft nur den Pfosten.

Einige Baden-Spieler deuten Potenzial an

Trotz der klaren Niederlage haben einige Spieler des FC Baden ihr Potenzial für höhere Aufgaben angedeutet. Innenverteidiger Marco Thaler (19) oder auch Aussenverteidiger Peralta (18) hatten keine Probleme, sich dem Rhythmus des FCZ anzupassen. Bitter indes, dass Joel Geissmann, dem talentiertesten Spieler des FC Baden, nach langer Verletzungspause die Spielpraxis noch fehlt. Christ wechselte ihn erst in der 84. Minute ein.

Für Urs Meier war es eine erfolgreiche Rückkehr ins Stadion Esp, das unweit seines Wohnorts Dättwil ist und wo er schon zweimal als Trainer engagiert war. «Schöne Zeiten waren das. Wir haben sogar um den Aufstieg in die Nationalliga A gespielt. Aber es war auch ein ständiger Kampf ums finanzielle Überleben. Klinisch waren wir sogar schon tot. Denn einmal haben wir die Lizenz erst in vierter Instanz erhalten», sagte er und machte sich zu Fuss auf den Heimweg.

Das Telegramm

Baden - Zürich 1:4 (1:1)

Esp. - 4800 Zuschauer. - SR Pache. - Tore: 7. Antic 1:0. 26. Schönbächler 1:1. 57. Kajevic 1:2. 61. Gavranovic 1:3. 93. Rikan (Foulpenalty) 1:4.

Zürich: Da Costa; Philippe Koch, Nef, Raphael Koch, Glarner; Buff; Schönbächler (81. Etoundi), Chiumiento, Rikan, Kajevic (68. Pedro Henrique); Gavranovic (68. Chermiti).

Bemerkungen: FCZ ohne Benito, Kukeli, Teixeira und Brecher (alle verletzt) sowie Chikhaoui (nicht im Aufgebot). Verwarnungen: 25. Schönbächler, 45. Philippe Koch, 78. Buff (grobes Spiel), 80. Chiumiento (Foul).

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