Stetten
Schweizer Premiere: der Mini-Tesla aus der Region

Das KMU Innomatec aus Stetten bringt als erste Schweizer Firma ein Elektrofahrzeug auf den Markt. Es fährt 80 Kilometer pro Stunde und kostet 12'900 Franken. Wen die Macher damit erreichen wollen.

Frederic Härri
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Man begegnet ihnen immer häufiger. Ob auf öffentlichen Parkplätzen oder an gewöhnlichen Tankstellen: Fahrzeuge der Marke Tesla, die an Steckdosen angeschlossen sind. Statt Benzin wird Strom getankt. Es ist ein Bild, das in Zeiten ökologischen Bewusstseins immer öfters zu beobachten ist. Dazu weiter beitragen könnte die Firma Innomatec aus Stetten. Sie bringt ein eigenes Elektrofahrzeug auf den Markt. Es ist das erste seiner Art aus der Schweiz.

«Klein, aber oho.» Dieses Bonmots bediente sich Geschäftsführer Christian Matz bei der Beschreibung des «Hitec Eco Car» an der gestrigen Pressekonferenz. Mit 2,20 Metern Länge und 1,30 Metern Breite ist der Zweisitzer kleiner als ein Smart. Das Grundmodell des Fahrzeugs wurde in China konzipiert, zusammen mit zwei Partnerfirmen hat es Innomatec an europäische Standards angepasst.

Die Idee, ein Schweizer Elektroauto in den Verkauf zu bringen, sei zwar nicht grundlegend neu, sagt Matz. «Es gibt Pionierfirmen, die Prototypen entwickelt haben. Doch wir sind die Ersten, die für ein Elektro-Kleinmotorfahrzeug eine Strassenzulassung erhalten haben.»

Ein Auto für «Sparfüchse»

Christian Matz leitet das 1992 im Aargau gegründete und seit 18 Jahren in Stetten beheimatete KMU zusammen mit seiner Frau Karin und seinem Bruder Peter. Hinzu kommen zwei weitere Angestellte. Seit rund zehn Jahren hat sich die Firma den erneuerbaren Energien verschrieben. So werden vorrangig Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Photovoltaikanlagen und Elektromobilität angeboten.

Elektroscooter und Elektromotorräder gehören aktuell zum Sortiment von Innomatec. Und nun also auch ein Modell auf vier Rädern. Für wen eignet sich der kleine Flitzer, der für 12'900 Franken zu haben ist und eine Höchstgeschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde erreicht? «In erster Linie richten wir uns an Sparfüchse und an alle, die auf der Suche nach einem günstigen Zweitwagen sind», sagt Peter Matz. Für den Strom zahle man durchschnittlich einen Franken pro 100 Kilometer, eine Tankladung reicht für 120 Kilometer. Dass man mal auf dem «Trockenen» sitzen könnte, glaubt Matz nicht: «Das Schweizer Netz an Stromzapfsäulen ist gut ausgebaut.»

«Dieses Fahrzeug soll Spass machen und ökologisch sein»: Christian Matz über den Eco-Car und seine Firma.

«Dieses Fahrzeug soll Spass machen und ökologisch sein»: Christian Matz über den Eco-Car und seine Firma.

ZVG

Die etwas andere Batterie

Im Gegensatz zu Tesla setzt man bei Innomatec auf Gel-Batterien statt auf Lithium-Ionen-Akkus. Auch optisch unterscheidet sich das «Hitec Eco Car» von den Modellen des amerikanischen Konzerns: Die Gestaltung ist reduziert, auf extravagante Feinheiten wird verzichtet. Aufgrund seines unkonventionellen Aussehens sei das Auto «dennoch ein wahrer Eyecatcher», ist Christian Matz überzeugt. Ungeachtet dessen sei es nicht ihr Ziel, in Konkurrenz zu Anbietern wie Tesla zu treten. «Wir sprechen eine völlig andere Zielgruppe an.» Mit rund vier Monaten Lieferfrist müssen Kunden beim «Hitec Eco Car» rechnen. Die ersten Bestellungen sind bereits eingegangen.

Christian Matz schliesst eine Erweiterung des Automobilangebots zwar nicht aus. Fokus sei aber, unabhängig bleiben zu können und nicht zwingend auf Wachstum zu setzen. Der Standort im Stettemer Industriegebiet bleibe auch in den kommenden Jahren unangetastet: «Wir sind seit 26 Jahren im Aargau verwurzelt, einem Wirtschaftskanton, der auf KMU wie uns setzt. Darauf sind wir stolz und wir sind froh, hier zu sein.»

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