Schwimmbad
Schwierige finanzielle Lage: Obersiggenthal hofft auf die Unterstützung der Nachbarn

Das Hallen- und Gartenbad soll zu einem Regionalbad werden, an dem sich umliegende Gemeinden finanziell beteiligen.

Pirmin Kramer
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Das Hallen- und Gartenbad Obersiggenthal.

Das Hallen- und Gartenbad Obersiggenthal.

AZ-Archiv

Das Thema Solidarität stand im Mittelpunkt der Einwohnerratssitzung in Obersiggenthal. Im Zusammenhang mit dem Hallen- und Gartenbad mit der Gemeinde in der Rolle der Bittstellerin: Die FDP-Fraktion forderte in einer Motion die Schaffung einer regionalen, überkommunalen Trägerschaft für das Bad. Denn dieses sei über Obersiggenthal hinaus bekannt und werde von der Bevölkerung der Nachbargemeinden rege genutzt.

Christoph Villiger.

Christoph Villiger.



Die Schaffung eines Regionalbades unter Einbezug von Gemeinden aus der Region würde es erlauben, die Investitions- und Betriebskosten auf mehrere Schultern zu verteilen, argumentierte die FDP-Fraktion um Christoph Villiger. Dies wäre angesichts der schwierigen finanziellen Lage der Gemeinde sinnvoll.

Gemeinderat hat Zweifel

Der Gemeinderat liess durchblicken, dass er Zweifel habe, auf offene Ohren zu stossen: Er sei bereits im Vorfeld der Volksabstimmung vom 29. November – als der Kredit für den Erhalt des Bades genehmigt wurde – auf die umliegenden Gemeinden zugegangen mit der Bitte, sich an den Betriebskosten zu beteiligen. Der Rücklauf sei aber ernüchternd gewesen: Allein Ehrendingen und Untersiggenthal hätten positive Signale ausgesendet. Der Gemeinderat erklärte, er könne aber gerne nochmals mit einer entsprechenden Anfrage auf umliegende Gemeinden zugehen. Bei einer Zusage hätten diese Gemeinden selbstverständlich ebenfalls ein Mitspracherecht über die genaue Ausgestaltung einer entsprechenden Trägerschaft. Der Einwohnerrat stimmte der Forderung der FDP schliesslich zu (wenn auch in Form eines Postulats und nicht einer Motion). Somit wird die Idee einer regionalen Trägerschaft fürs Bad weiterverfolgt.

Mia Jenni.

Mia Jenni.

zvg

Ebenfalls um Solidarität ging es bei der zweiten Diskussion im Einwohnerrat: Mia Jenni (SP) wiederholte ihre Forderung von vergangenem Herbst, wonach Obersiggenthal sich solidarisch zeigen und Flüchtlinge aus dem Lager in Moira aufnehmen solle. Dort war es im September zu verheerenden Bränden gekommen. Der Gemeinderat unterstützte das Postulat aber nicht, wie er im Vorfeld der Sitzung erklärte: Tragisch sei leider auch die Situation vieler anderer Flüchtlinge auf der Welt, erklärte er. «Zum Beispiel am Horn von Afrika und in Libyen, wo in Flüchtlingslagern Hunger und Gewalt herrschen. Oder auch für Flüchtlinge in Süditalien, die in ungeschützten Behausungen leben – Frauen müssen sich dort prostituieren, um für sich und ihre Angehörigen Nahrung kaufen zu können.»

Mia Jenni bat das Gemeindeparlament nun darum, das Postulat trotzdem zu unterstützen. «Angesichts der Tatsache, dass sich die Situation der geflüchteten Menschen in Moria alles andere als verbessert hat, ist für uns diese Ablehnung durch den Gemeinderat unverständlich», sagte sie. Andere Städte im Aargau hätten dasselbe Postulat der SP positiv beantwortet. Zwar stimmten noch einige Parlamentsmitglieder von Mitteparteien der SP-Forderung zu, doch die Befürworter waren bei der Abstimmung mit 13 zu 22 Stimmen in der Minderheit.