Bier
Sechs Badener Brauereien und zwei Eigenkreationen sind im limitierten Beer-Caddy zu geniessen

Das letzte Holz des Badener Mammutbaums wurde verarbeitet. Die Macher des Projekts widmen sich nun den lokalen Brauereien.

David Rutschmann
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Aus «Stadtbaum» wird «Stadtbier».

Aus «Stadtbaum» wird «Stadtbier».

zvg

Am 29. Juni 2015 wurde der Badener Mammutbaum auf dem Schulhausplatz Stück für Stück gefällt. Dass der markante Riese nicht einfach in Vergessenheit geraten soll, war schon vorher klar: Stefan Benninger und Stephan Müller starteten das Projekt Stadtbaum und damit die Verarbeitung des Mammutbaums.

Sein Holz wurde zu Deko, zu Replika des Stadtturms und der Ruine Stein, seine Zapfen konnte man sich an den Christbaum hängen. Nun wird das letzte Holz verarbeitet − es soll in einer Bar in Baden verbaut werden und so wieder der «Öffentlichkeit zurückgegeben werden», sagt Benninger. «Genauso, wie wir es uns gewünscht haben: das Holz des Mammutbaums zum Anfassen an einem öffentlichen Ort in Baden.»

Somit findet das Projekt Stadtbaum seinen Endpunkt. Doch die beiden Gründer haben bereits einen neuen Plan: das Projekt Stadtbier. Denn beide sind nicht nur Holz-, sondern eben auch Bier-Liebhaber. Während sie also über die Zukunft des Badener Mammutbaums sinnierten, lernten sie auch die Braukultur der Stadt kennen und schätzen.

Die Grundidee des neuen Projekts ist, die Schweizer Brauereien zu stärken. Eben nicht einfach nur eine «Stange» zu bestellen, sondern die Bierkarte kennen zu lernen. «Wenn man das erste Mal ein India Pale Ale probiert, wird man vom Geschmack überwältigt, weil man diesen bei einem Bier nicht erwartet. Mit der Zeit aktiviert man die Geschmacksknospen und probiert immer mehr Sorten», sagt Benninger.

Er führt weiter aus, dass die Braukultur in Baden immer vielfältiger wird. Mit der grossen Brauerei Müllerbräu und fünf kleinen Beer-Craftern sei die Stadt gut aufgestellt. Besonders freut Benninger, dass einige der Brauerein sogenannte «Tap-Rooms» eröffnen, in denen Besucher das Bier vom Zapfhahn probieren und direkt in der Brauerei über den Geschmack philosophieren können.

Mammutholz-Tasche für Beer-Tasting to go

Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Müller will er Teil dieser wachsenden Szene werden. Das Projekt Stadtbier soll kommendes Jahr in die Vollen gehen, Benninger denkt an Events wie «Tag der offenen Brauerei». Am Anfang steht nun aber erst einmal die «Collection Baden», ein aus dem letzten Mammutbaum-Holz gefertigter «Beer-Caddy». Diese Tragetasche mit Flaschenöffner soll die Badener Braukultur, aktuell durch Corona gebeutelt, unterstützen und Bier-Liebhabern auch unbekannte Sorten schmackhaft machen.

Stephan Müller erklärt: «Damit das Erkunden der Biervielfalt möglichst abwechslungsreich ist, haben wir unterschiedliche Bierstile zusammengestellt.» So sind unter anderem die sechs Badener Brauereien Braufabrik (Kettle Sour), Falkenbräu (Hell), Malz Maul (IPA), Misch Masch (White Beer), Müllerbräu (Baltic Stout) und Rütihöfler Bräu (Holunder) enthalten.

Zudem finden sich in dem Beer-Caddy zwei Sorten «Mammut Bier», das erste Brau-Experiment von Müller und Benninger. In ihrer eigenen Küche haben sie ein spritziges Pale Ale und ein erdiges IPA zusammengebraut. «Wir sind zufrieden und finden, die beiden Sorten können mit den anderen Brauereien mithalten − aber darüber sollen andere entscheiden», sagt Benninger und lacht.

Aufgrund der Material-Beschränkung des Mammutbaums sind lediglich 15 Beer-Caddys erhältlich. Wenn die Idee auf Zuspruch stösst, könnten weitere Kollektionen folgen − aus anderen Städten, mit anderem Holz.

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