Einwohnerrat

Sechs Millionen Franken für Neugestaltung des Badener Bäderquartiers genehmigt

Ab Herbst 2018 soll vom morbiden Charme des Bäderquartiers nichts mehr übrig bleiben. Chris Iseli/Archiv

Ab Herbst 2018 soll vom morbiden Charme des Bäderquartiers nichts mehr übrig bleiben. Chris Iseli/Archiv

Der Einwohnerrat hat den Krediten für die Neugestaltung des öffentlichen Raums im Bäderquartier deutlich zugestimmt. Zusatzanträge des Team Baden blieben chancenlos. Grundsätzlich fordert das Team Baden mehr Transparenz über das ganze Projekt.

Läuft alles nach Plan, fahren im Bäderquartier bereits diesen Sommer die Bagger auf, um mit dem Bau des neuen Thermalbades zu beginnen. Die Eröffnung des Botta-Bades ist im Herbst 2018 vorgesehen. Ebenso wichtig wie das neue Bad und die neue Privatklinik im Verenahof-Geviert ist auch die Neugestaltung des öffentlichen Raums, die in den Zuständigkeitsbereich der Stadt fällt.

Hierfür beantragte der Stadtrat an der Einwohnerratssitzung vom Dienstagabend einen Baukredit von 5,6 Mio. Franken, einen Zusatzkredit von 300 000 Franken für die Gesamtkoordination sowie einen Projektierungskredit in der Höhe von 120 000 Franken für die Erschliessungs- und Verkehrsmassnahmen im Römer-/Bäderquartier.

Grundsätzlich unterstrichen alle Fraktionen die grosse Bedeutung und Wichtigkeit einer baldigen Wiederbelebung des Bäderquartiers, weshalb der Baukredit von knapp sechs Millionen Franken denn auch eine deutliche Zustimmung fand. Bei den beiden kleineren Krediten versuchte das Team Baden vergeblich, mit Zusatzanträgen durchzukommen.

«Beim Zusatzkredit von 300 00 Franken hätten wir es begrüsst, dass beim Posten Kommunikation der Kostenanteil der Stadt bzw. des Investors sauber schriftlich festgehalten wird», sagt Fraktionspräsident Fritz Bosshardt. Dem Vernehmen nach übernehme die Stadt 60 Prozent, der Investor 40 Prozent der Kosten.

«Wir hätten das gerne schriftlich gehabt.» Und den Projektierungskredit für die Erschliessungsmassnahmen wollte das Team ganz zurückweisen. «Es liegt zwar ein Verkehrskonzept aus dem Jahr 2011 vor. Doch aus unserer Sicht macht es wenig Sinn, einen Projektierungskredit zu beantragen, wenn das dazugehörige Mobilitätskonzept noch gar nicht vorliegt», sagt Bosshardt.

Diese beiden Anträge seien nicht als Misstrauensvotum gegenüber dem Stadtrat zu verstehen. Aber: «Grundsätzlich würden wir uns mehr Transparenz wünschen – vor allem wenn ich hierbei an die vielen Landkäufe und -Verkäufe denke, wo es viele Versprechen und Abmachungen gibt und die Bedingungen teilweise einseitig geändert wurden. Hier ist es wichtig, dass die Stadt ihre strategischen und finanziellen Interessen wahrt.» Eine Mehrheit im Rat hatte aber kein Gehör für den Änderungs- bzw. Rückweisungsantrag und lehnte diese ab.

Ochsenpark wird öffentlich

Der Baubeginn für die Neugestaltung ist auf das dritte Quartal 2016 geplant. Bis zur vorgesehenen Einweihung des Bades im Herbst 2018 werden nicht alle Bauarbeiten abgeschlossen sein, da auch die Arbeiten im Verenahof-Geviert bis ins erste Quartal 2019 andauern werden. Dies alles natürlich unter der Voraussetzung, dass die Projekte nicht durch Einsprachen verzögert werden.

Das Bäderquartier, das sich heute mit morbiden Charme präsentiert, soll in ein paar Jahren wieder ein Ort zum Verweilen und Flanieren werden. So soll etwa der Mättelipark aufgewertet werden. Weiter wird der Ochsengarten – eine unter Schutz stehende Gartenanlage – im Abtausch in den Besitz der Stadt gehen und somit öffentlich zugänglich werden. Es wird eine Wegverbindung von der Römerstrasse durch die Anlage zu den Bädern geben. Auch die Limmatquelle – es ist die einzige Quelle, die an der Oberfläche sichtbar ist – wird neu gestaltet.

Ein weiteres Kernstück der Aufwertung für das ganze Gebiet bildet der Mättelisteg zwischen dem Mättelipark und dem Oederlin-Areal. Bei der Fuss- und Veloverbindung hat die Gemeinde Ennetbaden den Lead. Geplant ist derzeit, den Baukredit an der Sommergmeind vorzulegen.

Ob die Stadt denn gut verhandelt habe mit Benno Zehnder, dem Investor und VR-Präsident der Verenahof AG? «Wir haben gut verhandelt; jetzt liegt eine gute Lösung für alle Beteiligten vor», ist Bauvorsteher Markus Schneider überzeugt.

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