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Sei anders

BT-Kolumnistin Simona Hofmann ruft auf: be different – auch ausserhalb der närrischen Fasnachtstage!

Simona Hofmann
Simona Hofmann
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«Be different» – BT-Kolumnistin ruft dazu auf, anders zu sein

«Be different» – BT-Kolumnistin ruft dazu auf, anders zu sein

zvg

Schwierig. Weil auffällig. Aber deshalb auch sehr wirksam. Nur Mut. Dazu musst du nicht unbedingt nackt durch die Weite Gasse rennen.

Du musst auch nicht zwingend die dunklen Seiten deines Lebens in deiner Biografie veröffentlichen.

Du musst dich auch nicht gezielt daneben benehmen – laut sein, Dinge durch die Gegend werfen oder auf dem Tisch tanzen.

Und was du auf gar keinen Fall versuchen solltest, sind modische Eskapaden wie Ganzkörpertattoos, Baumfällerbärte und Corbusier-Brillen, wenn du überhaupt nicht der Typ dazu bist. Es ist nämlich viel einfacher.

Du bist jetzt schon anders als jeder andere auf diesem Planeten. Klar, manche Menschen sind sich ähnlicher als andere, aber du hast eine Mischung aus deinen Erfahrungen und Eigenschaften, die dich einzigartig macht.

Niemand hat die exakt gleichen Gedanken und Gefühle wie du, und niemand reagiert auf Konstellationen genauso wie du. Du bist anders, alleine schon, weil du DU bist und nicht die Kopie von jemandem.

Die Interpretation von «anders» ist für jeden, naja, anders. Geht es darum, wie man aussieht? Wie man sich verhält? Spricht? Träumt?

Vielleicht trägst du zu einer Trauerfeier ein pinkfarbenes Kleid. Oder die Bedienung in einer Bar fragt dich, was du gerne hättest, und du antwortest, «ähm im Moment interessiert es mich eher, wie dein Tag bisher war». Oder du schüttelst deinem Erzfeind freundlich die Hand.

Doch über den eigenen Horizont hinauszuschauen ist schwer. Schon in jungen Jahren wird dir beigebracht, dass du dich anzupassen hast, um gesellschaftsfähig zu werden.

Du trägst trendige Klamotten, isst mit Besteck, gehst täglich zur Arbeit und verhältst dich so, wie es deine Geschlechterrolle verlangt.

Es ist wirklich einfacher, sich in der sozialen Wohlfühloase zu bewegen, welche dir sagt, was du anzuziehen hast, wie du denken musst oder wie du dich benehmen sollst. Wir haben Angst davor, aufzufallen, zu viel Lärm um etwas zu machen, jemanden zu verletzen oder uns zu blamieren.

Die Meinung anderer sollte dir nicht zu wichtig sein. Ziehe dich für dich an. Sage das, was andere nur denken.

Und nicht zu vergessen: Du bist am wirkungsvollsten, wenn du gar nicht versuchst, jemanden zu beeindrucken. Stecke dich nicht in eine Schublade. Nur weil du dich wie ein echter Hipster fühlst, kannst du trotzdem die «Glückspost» abonnieren.

Unsere Gesellschaft ist nicht gerade gut darin, Lebensweisen zu akzeptieren, die nicht der Norm entsprechen.

Leute werden dafür bejubelt, schön, erfolgreich und vermögend zu sein – nur wenige hingegen werden dafür gewürdigt, dass sie unsere Grenzen erweitern und unseren Blick über den Tellerrand hinaus provozieren.

Kritik wird es immer geben, besonders wenn du aus deiner Box ausbrichst. Nimm es als Kompliment auf. Ausgezeichnet! Du bist sowieso anders! Narrenfreiheit jederzeit!