Baden/Wettingen
Seilziehen um Fahrverbot im Grenzgebiet: Vorläufig rollt der Verkehr weiter

Neue Wirren um geplante Fahrverbote im Grenzgebiet Baden/Wettingen. Nachdem mehrere Quartierbewohner Einsprache gegen die geplante Strassensperrung erhoben, rollt der Verkehr vorläufig weiter.

Pirmin Kramer
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Autofahrer dürfen nach wie vor in die Utostrasse (links) einbiegen. PKR/Archiv

Autofahrer dürfen nach wie vor in die Utostrasse (links) einbiegen. PKR/Archiv

Um den Schleichverkehr zu unterbinden, beschloss Badens Stadtrat letztes Jahr, die Uto- und die Austrasse mit einem Fahrverbot zu belegen. Diese Ankündigung sorgte für Unruhe: Denn die Strassen liegen nicht nur auf Badener, sondern auch auf Wettinger Boden.

Die Anwohner der Wettinger Strassenteile dürften die Badener Abschnitte nicht mehr als Durchgangsweg benutzen, teilte die Stadt Baden den Haushalten in einem Brief mit.

Der Wettinger Gemeinderat zeigte sich von diesem Vorgehen befremdet. Die Frage, ob eine Strasse gesperrt werden dürfe, sollte über Gemeindegrenzen hinweg diskutiert werden. Wenige Wochen später erklärten Geri Müller und Markus Dieth, Badens und Wettingens Ammann, die Wirren für beendet: Man habe sich darauf geeinigt, die beiden Strassen sowie nun neu auch noch die auf Wettinger Boden liegenden Nägeli- sowie Teile der Altenburgstrasse für den Durchgangsverkehr zu schliessen.

Doch bis heute ist vom Fahrverbot nichts zu sehen. Wettingens Gemeindeammann Markus Dieth erklärt: «Die Gemeinden Baden und Wettingen sind zum Schluss gekommen, vor einem Entscheid in Sachen Fahrverbot allfällige Erkenntnisse aus der öffentlichen Auflage des Baugesuchs ‹Brückenkopf Ost» abzuwarten.»

Neue Erkenntnisse aus dieser Bearbeitung könnten allenfalls einen Einfluss auf die publizierten Fahrverbote haben.

Wettingen fordert Gesamtkonzept

Urs Heimgartner, Leiter der Wettinger Bau- und Planungsabteilung, ergänzt: «Nachdem die Fahrverbote publiziert wurden, gab es mehrere Einsprachen dagegen. Aus benachbarten Wettinger Quartieren wurde die Befürchtung geäussert, der Verkehr werde nun vermehrt durch ihre Strassen rollen.»

Aus Wettinger Sicht wäre ein gemeindeübergreifendes Gesamtkonzept wünschenswert. Gespräche mit der Stadt Baden seien im Gange. Der Badener Stadtrat Matthias Gotter bestätigt, dass sich die Umsetzung der Fahrverbote verzögert. «Der Stadtrat wird in naher Zukunft darüber befinden, wie das weitere Vorgehen ist.»

Markus Dieth rechnet damit, dass das Verfahren der Fahrverbote Mitte 2015 fortgeführt werden kann. In den kommenden Monaten herrscht in den Quartieren also weiterhin freie Fahrt. Zum Missmut mancher Anwohner, die sich Ruhe wünschen; zur Freude der Autofahrer hingegen, die dank der Fahrten durch die Au-, Uto-, Altenburg- und Nägelistrasse Stau umgehen und Zeit einsparen können.