«Die offizielle Berufsbezeichnung ist Ofenbauer», sagt Maria Frey, Administratorin von Frey Cheminéebau und Frau des Eigentümers Matthias Frey.

«Den Leuten ist man immer noch als Hafner bekannt», bemerkt Matthias Frey selbst. Das Wort «Hafner» stammt vom Töpfer ab. Dieser war früher auch ein Brennofenbauer, der Keramik selbst produzierte. Vom Hersteller der Töpfe – der Häfen – wurde der Hafner abgeleitet. Traditionelle Kachelöfen baut Frey nur noch ein- oder zweimal im Jahr.

Heute lehren rund 30 bis 50 Stifte das Ofenbauerhandwerk in der Schweiz. Dabei haben alle etwas gemeinsam: «In jedem Hafner steckt ein Pyroman», sagt der 40-Jährige und lacht.

Ein Hafner ist kein Monteur

«Der moderne Hafner ist ein Handwerker, der einen rohen Ofeneinsatz nach individuellem Kundenwunsch in ein komplettes Cheminée verwandelt», erklärt er, «darum ist der Hafner mehr als nur ein Monteur.»

Ein Cheminée zu bauen, sei ein einzigartiges Ereignis. Die Arbeit erfordere vielfältige Fähigkeiten. So sind Transport und Abbruch von Öfen physisch anstrengend.

Bei Dekorations- und Plattenlegearbeiten hingegen muss mit viel Finesse und Präzision zur Tat geschritten werden. Frey schöpft Befriedigung bei der Arbeit zum einen aus dem kreativen Schaffen, zum anderen aus der Betrachtung seines Werks am Tagesende.

Seit 1943 brennt die Leidenschaft für den Ofenbau in der Familie. Paul Frey, der Grossvater des heutigen Eigentümers, gründete das Unternehmen. 1977 übernahm dessen Sohn Peter Frey die Verantwortung. 2003 – anlässlich des 60-Jahr-Jubiläums – gab dieser die Fackel an Sohn Matthias Frey weiter. Die Lokalität an der Landstrasse 46 wurde 2012 bezogen.

Entscheidend für das Überleben eines Betriebes sei die richtige Kombination aus Tradition und Weiterbildung. «Zudem muss man den Angestellten faire Arbeitsbedingungen zu einem fairen Lohn bieten», fügt Frey hinzu.

Wärmespendendes Möbelstück

Im Lauf der 70 Jahre hat sich der Markt verändert. «Beim Gebrauch von Cheminées ist das Heizen in den Hintergrund gerückt», stellt der Hafner fest.

Maria Frey ergänzt: «Der atmosphärische Aspekt eines Feuers ist wichtig. Ein Holzofen wird heute als wärmespendendes Möbelstück wahrgenommen.»

Es sei möglich, modern nach Minergie-Standard isolierte Häuser mit einem Cheminée als einzigem Heizkörper zu wärmen.

«Wenn man mit Holz heizt, ist man lediglich vom lokalen Wald abhängig», meint Frey. Man brauche weder Öl noch teure Solarzellen. Zudem seien die Schadstoffemissionen von Holzfeuer gering.

Der Herbst naht. Die Feuer in den Kaminen werden wieder lodern. Sollte in Wettingen ein Brand ausbrechen, wird Matthias Frey dabei sein. Er ist nämlich bei der Feuerwehr.