Sie befinden sich unter freiem Himmel und können jederzeit gratis benutzt werden: die Vitaparcours. Die bekannten und beliebten Outdoor-Fitness-Center verfügen über je 15 Posten, an denen Beweglichkeit, Geschicklichkeit und Kraft trainiert werden können. Am Samstag feiert der von der Zurich-Versicherungsgesellschaft geförderte Vitaparcours das 50-Jahr-Jubiläum.

Rund 500 Vitaparcours gibt es in der Schweiz, 8 in den Bezirken Baden und Zurzach (siehe Tabelle). Der Parcours in Wettingen, der Anfang der 1970er-Jahre gebaut wurde, gehört zu den ältesten überhaupt. Der Forstbetrieb Wettingen stellt als Trägerschaft sicher, dass er sich in einem guten Zustand befindet. Zusätzlich wird er alle ein bis drei Jahre einer Qualitätsprüfung unterzogen – das «Badener Tagblatt» war bei der Kontrolle diese Woche mit dabei.

«Der Parcours ist sehr schön gelegen und gut unterhalten. Man sieht, dass dazu Sorge getragen wird», sagt Barbara Baumann, Leiterin «Zurich Vitaparcours», beim Kontrollgang durch den Wettinger Wald. Trotz des Lobs hat sie Geräte und Tafeln entdeckt, die ausgebessert oder ersetzt werden müssen, wie zum Beispiel das Reck bei Posten 4. «Die Holzstützbalken sind morsch und können für Benutzer gefährlich werden», sagt Baumann. Bei Posten 6 fehlt gar ein Ringe-Paar. «Sie wurden geklaut, anders ist das nicht zu erklären.»

Von Barren, Reck und Slalomstangen: Szenen einer Vita-Parcours-Qualitätskontrolle

Von Barren, Reck und Slalomstangen: Szenen einer Vita-Parcours-Qualitätskontrolle

Leiterin Vita-Parcours Barbara Baumann, Nationalrätin und Stiftungsratspräsidentin Ruth Humbel und Markus Byland, Leiter des Forstbetriebs Wettingen, begutachten den Parcours in Wettingen.

Der Leiter des Forstbetriebs, Markus Byland, ist erstaunt: «In den letzten Jahrzehnten ist es noch nie vorgekommen, dass ein Gerät mutwillig entwendet wurde.» Häufig komme es vor, dass Geräte witterungsbedingt oder durch Fallholz beschädigt werden.

«Von den Stürmen in diesem Winter sind wir aber zum Glück verschont worden», fügt Byland an. «Leider haben auch die Vitaparcours mit Vandalismus zu kämpfen», sagt Ruth Humbel, Nationalrätin und Präsidentin der Stiftung «Zurich Vita Parcours».

Letztere ist für alle Parcours zuständig, wobei sich die Leitung «Zurich Vitaparcours» im Auftrag der Stiftung um das Operative kümmert. Dass auch Wettingen nicht verschont bleibt, ist an mehreren Tafeln zu sehen, die mit Schmierereien und Beulen versehen sind. «Vor allem Posten, die in der Nähe von Grillplätzen liegen, werden demoliert», sagt Baumann. Dagegen könne man leider nicht viel tun, «ausser an den gesunden Menschenverstand appellieren».

Als «A»-Parcours eingestuft

Müssen Tafeln ausgewechselt werden, erhalten die Trägerschaften diese gratis, wie auch alle Dienstleistungen der Leitung «Zurich Vitaparcours». Für den Ersatz und den Betrieb der Geräte müssen sie jedoch selber aufkommen. «Unser Budget hat über die Jahre immer gut gereicht», sagt Byland. Auch deshalb, weil der Rundkurs immer wieder unterhalten wird. «Das ist sehr wichtig», sagt Baumann und fügt an, dass sich schweizweit die Trägerschaften (meistens Gemeinden) sehr gut um die Parcours kümmern.

Am Ende der Kontrolle bewertet sie den Parcours, wie schon in Vergangenheit, mit einem «A»: Er muss erst in drei Jahren wieder einer Qualitätsprüfung unterzogen werden. Humbel und Byland sind mit der Kontrolle im Wettinger Wald zufrieden. Wie Baumann sagt, sind die anderen sieben Parcours in der Region ebenfalls gut unterhalten: Sie werden erst 2019 und 2020 wieder geprüft.