Limmatkraftwerke

Seit Juli einen Drittel weniger Strom produziert

Die Turbinen im Kraftwerk Kappelerhof laufen nur mit reduzierter Last.

Die Turbinen im Kraftwerk Kappelerhof laufen nur mit reduzierter Last.

Die rekordverdächtig andauernd niedrige Wasserführung der Limmat hat für eine erhebliche Produktionseinbusse gesorgt.

«Die Stromproduktion aus Wasserkraft findet draussen statt», stellt Christoph Umbricht, Geschäftsführer der Regionalwerke AG Baden, nüchtern fest. Seit Monat Juli habe die Stromproduktion der vier Limmatkraftwerke Aue, Kappelerhof, Schiffmühle und Turgi erheblich gelitten. Als Folge der tiefen Wasserführung sind in den vergangenen Wochen nur noch sieben von insgesamt elf Turbinen in Betrieb gewesen und erst noch bei einer Teillast.

Der Blick auf die Wasserführung der Limmat zeigte in den vergangenen Tagen nicht einmal 40 000 Liter pro Sekunde. «Von Juli bis Oktober betrug die Wasserführung im Durchschnitt 56 000 Liter in der Sekunde», berichtet Andreas Doessegger, Geschäftsführer der Limmatkraftwerke AG, gemeinsame Tochtergesellschaft der Regionalwerke und der Aargauischen Elektrizitätswerke. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 waren es mit 123 000 Litern mehr als doppelt so viel Wasser. Der Jahresmittelwert beträgt 110 000 Liter pro Sekunde. «Im Vorjahr war die Wasserführung für die Limmatkraftwerke sehr gut, das Wetter entsprechend schlecht. Dieses Jahr ist es umgekehrt gewesen», sagt Umbricht. Über das ganze Jahr hinweg liege man rund 13 Prozent unter dem Budget, was nicht mehr aufgeholt werden könne.

Die genauen Produktionszahlen lassen sich laut Umbricht erst mit dem Jahresabschluss beziffern. Er geht bei einer Einbusse der Produktion von höheren Kosten aus, weil bei Kraftwerken unabhängig des produzierten Stroms viele Kosten fix sind. Laut Doessegger habe der November nochmals eine Reduktion mit sich gebracht.

Aquae-Strom sei für die betreffenden Stromkunden stets genügend vorhanden gewesen, erklärt Umbricht. Von der gesamten Produktion der Limmatkraftwerke wird nur ein Teil als Aquae-Strom auch abgesetzt.

Respekt vor dem Hochwasser

Der lang anhaltend tiefe Wasserstand habe sich auch auf die Ökologie ausgewirkt. So habe zusätzlich wegen der heissen Temperaturen der Fischbestand gelitten. Allerdings musste die Restwasserstrecke – Flussabschnitt unterhalb des Wehrs – von Gesetzes wegen mit genügend Wasser gespeist werden. Doessegger rechnet damit, dass das nächste Hochwasser einiges an Material wie Laub und Äste mitnehmen werde, das sich während der langen Trockenperiode in den Flussbetten angesammelt habe.

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